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Im deutschen Reich · 1898-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1898) · p. 320

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1898)
Article
Die Entgegnung Paulsen's
Date
1898-06-01
Page
320 (sequence 8)
Language
German
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320 3m deutschen Reich. Juden keine Offizierstelle giebt, ist es denn zu verwundern, daß die Soldaten, die den Kem des Volkes bilden, die Bekenner des jüdischen Glaubens als etwas Fremdes, Inferiores betrachten und daß die so einflußreichen Herren Reserve-Lieutenants ihre jüdischen Mitbürger nicht als gleichstehend betrachten können? Herr Paulsen findet in den Büchern Esra, Nehemia und Esther die Normen für das welthistorische Judenthum — auch hier ist er im vollständigen Jrrthum. DieGrundlage unseres Glaubens, die göttliche Verkündigung, alle Gesetze, alle Verheißungen und Tröstungen sind in den 5 Büchern Moses und in den Propheten und Psalmen enthalten. In dieser Verkündigung ist geschrieben: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" (3. B. M., Kap. 19, V. 18). „Darum sollt ihr auch den Fremdling lieben, denn ihr seid Fremdlinge gewesen im Lande Egypten" (5. B. M., Kap. 10, V. 19). „Die Fremdlinge, die bei euch wohnen und Kinder unter euch zeugen, sollen gelten gerade wie die Eingeborenen unter den Kindern Israels" (Hesekiel, Kap. 47, V. 22). „Der Herr behütet die Fremdlinge und Waisen" (Psalm 146, 9). Nun hat aber Herr Paulsen richtig eine Stelle in Esra gefunden, die er mit ausgesuchter Parteilichkeit aus dem Zusammenhänge nimmt. Die Stelle in Esra (Kap. 9, V. 12) lautet: „So sollt ihr nun eure Töchter nicht geben ihren Söhnen und ihre Töchter sollt ihr euren Söhnen nicht nehmen, und suchet nicht ihren Frieden noch Gutes ewiglich, auf daß ihr mächtig werdet und esset das Gute im Lande und vererbt es auf eure Kinder ewiglich." Aber der Vers, der vorausgeht, lautet (Esra 9, V. 11): „Das Land, in das ihr kommt es einzunehmen, ist ein unreines Land durch die Unreinheit der Völker der Länder, da sie durch ihre Greuel es von einem Ende bis zum andern mit ihrer Unreinheit angefüllt haben." Ich verweise hier auf das 3. B. M., Kap. 18, in dem die infamen Greuel, die den Menschen unter das Thier stellten, beschrieben werden, und frage: War das Gebot unter den Umständen nicht unbedingt durch die Nothwendigkeit geboten? Wenn die Juden sich mit den Einwohnern Palästinas vermischt hätten, so wären diese schrecklichen Gebräuche auch in ihre Wohnungen gedrungen, so wäre Israel untergegangen, und mit ihm das einzige Volk, das sich von den bestialischen, geschlechtlichen Ausschreitungen

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