Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 4 (April 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-04-01
- Page
- 215 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 215 bürgern ohne Unterschied der Konfession auf« gebracht werden. Vorläufig nehmen wir noch Anstand, diese Mittheilungen, soweit sie sich auf die königlichen Anstalten beziehen, für zutreffend zu halten. Es wird aber Sache der Unterrichtsverwaltung fein, möglichst rasch in diese Angelegenheit, welche allerdings ganz dazu angethan ist, große Kreise unserer Bevölkerung in eine berechtigte tiefe Aufregung zu versetzen, vollste Klarheit zu bringen." Die „Allgem. Zeitung des Judenthums" berichtete am 5. April: „Gegenüber den nichtswürdigen Verleumdungen unserer Gegner, daß nur „Franzosen, Polen und Juden" in den Märztagen des Jahres 1848 in Berlin die Revolution angefangen, ist es von Interesse zu erfahren, daß gerade ein Jude es war, der Seidenwaarenhändler Julius Wolf Meyer, Chef der damaligen großen Seidenfirma W. A..Meyer Söhne, deren Geschäftshaus neben dem Palais des Prinzen in der Behrenstraße lag, der an jenem traurigen IS. März den Prinzen von Preußen und seine Gemahlin von seinem Palais im eigenen Wagen weggefahren und sich dafür später fortdauernder Gnadenbeweise von diesem zu erfreuen gehabt hat. Der Prinz hat auch noch als König und Kaiser dem späteren Kommerzienrath Julius Wolf Meyer bis zu seinem 1872 erfolgten Tode seine Dankbarkeit alljährlich durch kostbare Geschenke zu erkennen gegeben, die meist aus der königlichen Porzellanmanufaktur hervorgegangen waren. „Einen Theil dieser, mit dem Monogramm des Kaisers versehenen Geschenke," so heißt es in einem der „V. Z." zugegangenen Briefe, „hat der Schreiber dieser Zeilen selbst gesehen. Sie werden in den Familien des Bankdirektors Julius Alexander, eines Schwiegersohnes I. W. Meyer's, dessen Leichenzug auch ein Galawagen des Kaisers begleitete, und seines schon verstorbenen Sohnes, des als humoristischen Schriftsteller unter seinem Pseudonym Siegmey besonders in den 70er Jahren bekannten Siegbert Meyer, noch als Andenken an den hohen Geber pietätvoll bewahrt." Von der „Jüdischen Presse" wurde darauf hingewiesen, daß nach der letzten Berufszählung von den in Berlin lebenden 78 261 Juden: 28 395 Männer, 9612 Frauen und Mädchen «rwerbsthätig waren, daß ferner 11 230 männliche und 29 024 weibliche Angehörige ohne Haupterwerb ermittelt wurden. Unter der Rubrik „Persönliche Dienstleistungen" waren 58 Juden und 151 Jüdinnen verzeichnet, als Dienstboten im Haushalte 11 männliche, und787 weibliche. Demnach erwerben thatsächlich in Berlin