Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 4 (April 1898)
- Article
- Ehrenpflichten
- Date
- 1898-04-01
- Page
- 178 (sequence 4)
- Language
- German
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178 Im deutschen Reich. die unsere Feinde wandeln, keineswegs immer diejenigen der Oeffentlichkeit! Ist ihnen doch kein Schleichweg ungangbar erschienen, um ihren unlauteren Zwecken zu dienen! Und deshalb war es nöthig, daß das „Komitee" zusammentrat, welches nach vielen Richtungen Verdienstliches geleistet hat und hoffentlich auch in Zukunft vollbringen wird. Fast gleichzeitig mit dem Entstehen des Komitee zur Abwehr des Antisemitismus" brach sich aber auch der Gedanke Bahn, daß, wie der Angriff im Wesentlichen doch ein öffentlich geführter, auch die Abwehr eine öffentliche sein müsse. Und wahrlich, unsere Sache ist eine solche, die das Licht der Oeffentlichkeit nicht zu scheuen braucht! Wir sind der Meinung gewesen, daß gerade die Verbreitung des hellsten Lichtes über unser Thun und Wollen am ehesten allen noch nicht völlig Verblendeten die Augen darüber öffnen muß, daß, was wir wollen, gerecht ist und daß Unrecht zurückgewiesen werden muß. Aus dieser Erwägung heraus hat sich der „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" gebildet, der auf seine Fahne geschrieben hat: Selbstoertheidigung der deutschen Juden in ihren staatsbürgerlichen Rechten im voll st en Lichte der Oeffentlichkeit. Auch uns trat jene Bänglichkeit entgegen, mit der gar mancher meinte: man solle sich nur nicht rühren, man solle nicht Anstoß nach oben erregen, da gäbe es gar mächtige Stellen, die den Zustand, in dem die Juden vollste Ruhe bewahrten, in dem sie willig ihr Haupt auf den Block legten, als einen über die Maßen bequemen und angenehmen ansähen. Nun, meine Herren, für diese Leisetreter ist allerdings in unserem Verein kein Raum. Wir sind der Meinung — und die Geschichte hat die Richtigkeit derselben bekräftigt —, daß nur der Gehör findet, der sich Gehör verschafft, daß man nicht leise auftreten darf, sondern dröhnenden Schrittes einhergehen muß, damit selbst die, die nicht hören wollen, sich der Beachtung des Geräusches nicht entziehen können. Eine zweite Gruppe von Widersachern im eigenen Lager war's, die meinte: weshalb die Kraft in einem Kampfe vergeuden, der nie Erfolge zeitigen kann? Auch diese Erwägung konnte bei uns kein Gehör finden. Ich habe mir schon vorhin gestattet, auSzusühren, daß der Kampf eine Nothwendigkeit ist, soll nicht die Duldung des