Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 4 (April 1898)
- Article
- Ehrenpflichten
- Date
- 1898-04-01
- Page
- 177 (sequence 3)
- Language
- German
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Ehrenpflichten. 1T7 wenigstens im Kampfe unterzugehen. Statt dessen haben wir mit verschränkten Armen zugesehen, ob andere soviel Gerechtigkeitsfinn besäßen, das Unrecht von uns abzuwehren! Und nie soll es vergessen werden, daß sich Männer fanden, die, nicht unseren Glaubens, lediglich aus ihrem gekränkten Rechtsgefühl heraus, sich veranlaßt gesehen haben, in einen Kampf einzutreten, der sie persönlich zu allerletzt berührte. Me werden wir vergessen können, wie schon im Beginn jener schmachvollen Bewegung christliche Notabeln zusammengetreten sind, um eine Erklärung zu veröffentlichen, in welcher sie die Beweggründe jener Bewegung in das gebührende Licht setzten! Me vor allem dürfen wir vergessen, Männern wie G n e i st und R i ck e r t unsem Dank abzustatten, die den „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" in einer Zeit begründet haben, La die Juden selbst hinter dem Ofen hockten und müßig zusahen, wie man sie verhöhnte! Allzulange blieb der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus", von trefflichen Männern mit lautersten Absichten geleitet, die einzige Vereinigung, welche jenen Beschimpfern unserer heiligsten Güter entgegentrat. Und so anerkennenswerth das Streben jener Männer, so mühevoll ihr Unternehmen war, so unauslöschlich der Dank sein soll, den wir ihnen zollen, und so sehr es unser Wunsch und unsere Hoffnung ist, daß jener Verein weiter bestehen und blühen möge, so läßt sich das doch nicht verkennen: ein wirkliches Zurückdrängen jener Bewegung konnte nicht eintreten, solange nicht die Angegriffenen selbst ihre Ehre vertheidigten. So wenig wir unterschätzen können, was der „Verein zur Abwehr des.Antisemitismus" geleistet hat, so sehr wir es bedauern müssen, daß die „Mittheilungen" aus jenem Verein nicht diejenige Verbreitung gesunden haben, die einem von idealem Streben erfüllten Blatte hätte zu Theil werden sollen, so müssen wir doch sagen: mit vollster Energie und mit v o l l st e m G e l in g en kann nur ein Kampf geführt werden, in dem der Angegriffene sich selbst verth eidigt. Dies war der Grund, weshalb vor nunmehr etwa fünf Jahren sich zunächst das „Komitee zur Abwehr des Antisemitismus" gebildet hat, eine Vereinigung von 20 bis 25 Herren, welche es unternommen hat, im Stillen für die Sache der Abwehr zu arbeiten, und welche reiche Arbeit findet. Sind doch die Wege, 13'