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Im deutschen Reich · 1898-03-01 · Heft 3 (März 1898) · p. 151

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 3 (März 1898)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1898-03-01
Page
151 (sequence 10)
Language
German
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Umschau. 151 theilige Erklärungen des Erzbischofs von Glasgow und von den Bischöfen von Middlesbrough, Portsmouth, Birmingham und H e x h a m zu veröffentlichen. Danach schrieb der Bischof von Portsmouth: „Ich kann ohne Zögern und ohne Einschränkung sagen, daß in der katholischen Lehre keine Billigung für die Angriffe auf Juden zu finden ist. Die Antisemiten rekrutieren fich, so weit meine Beobachtung reicht, hauptsächlich aus den Reihen der antikatholischen Parteien des Kontinents. Meine persönlichen Anschauungen über die Juden stimmen mit jenen des verstorbenen Kardinals Manning überein, und ich zähle unter meinen Freunden und Bekannten viele vom alten Volke Gottes." Der katholische Bischof Martinelli ließ aus demselben Anlaß amerikanischen Blättern eine Erklärung zugehen, in welcher er sagte: „Wir find von dem ungerechten Angriff auf den heiligen Vater und die Politik des Vatikans gegen die jüdische Rasse überrascht und verletzt. Leo XIII. wird wegen seiner humanen Haltung gegen das jüdische Volk in den'Annalen der Geschichte unsterblich verzeichnet sein. Nicht ganz vor -einem Jahre erließ er eine besondere Allokution, welche sich mit dem Unrecht befaßte, das Europa auf die Juden häuft. Ganz besonders empfahl er der römischen Kirche, ein solch unbarmherziges Vorgehen zu vermeiden und das einst von Gott auserwählte Volk in Güte und Milde in ihren Schoß zurückzuführen." Im Einklang mit diesen toleranten Kundgebungen steht die der offiziösen „Politischen Korrespondenz" aus Rom zugegangene Notiz: „In der auswärtigen Presse haben gewiffe Artikel des „Osservatore Romano", die ungemein judenfeindlich lauteten, Aufsehen verursacht. Demgegenüber sei daran erinnert,. daß Artikel, die, wie die erwähnten, nicht in der offiziellen Rubrik des „Offervatore" erscheinen, durchaus nicht als eine Wiedergabe der im Vatikan herrschenden Ansichten zu betrachten sind. Der Vatikan hat bei wiederholten Gelegenheiten erklärt, daß er nur für diejenigen Mittheilungen im „Osservatore", die unter der Rubrik ,.Alo8tra informazioni“ veröffentlicht werden, eine Verantwortung übernehme." Immerhin giebt es besonders unter den österreichischen Klerikalen nicht wenige, welche die judenfeindliche Bewegung unterstützen und sich sogar nicht schämen, sich den Raffen-Antisemiten anzuschließen. Dazu gehört z. B. der niederösterreichische Landtagsabgeordnete Professor Dr. Scheicher, der vor einiger Zeit in München gemeinsam mit dem dortigen Führer L. Wengg agitierte und neuerdings einen Antrag auf Abänderung des Landtagswahlrechts Unterzeichnete, welcher darauf abzielt, „alle getauften und un - 11*

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