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Im deutschen Reich · 1898-03-01 · Heft 3 (März 1898) · p. 149

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 3 (März 1898)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1898-03-01
Page
149 (sequence 8)
Language
German
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Umscha«. 149 Märchen" Ahlwardts in der gedachten Weise beleuchtet wurde, ist auch der antisemitische Vertreter des Wahlkreises Eschwege-Schmalkalden, Pastor Jskraut, in gebührender Weise zurechtgewirsen worden. Der Kriegsminister von Goßler hatte, als der Abg. Bebel die ungenügende Anstellung jüdischer Militärärzte zur Sprache brachte, versichert, daß die Militärärzte nicht nach .der Religion, sondern nach der Fähigkeit ausgesucht würden. Diese Erklärung fand auf allen Seiten des Hauses lebhaften Beifall, nur nicht bei dem Antisemiten Jskraut, welcher sich darauf in abfälligen Bemerkungen über die Eignung und Neigung der Juden zum Militärdienst erging. Ihm entgegnete der Abgeordnete Richter: „Wo offenbart sich der Geist der Armee am bedeutendsten? Doch wohl in dem Kriege. Den Ausführungen des Vorredners stellt sich die Thatsache gegenüber, die in einem von jüdischer Seite über die Betheiligung der Juden am Kriege von 1870/71 herausgegebenen Werke verzeichnet ist, in welchem aus 132 Ortschaften die jüdischen Soldaten angegeben werden. Die Zahl derselben beträgt 2531; darunter befinden sich '25 Lieutenants und 86 Aerzte. Unter diesen 2531 Soldaten sind 83 eiserne Kreuze, wovon 36 auf jüdische Aerzte gekommen sind." Wie die „Freisinnige Ztg." nachträglich hervorhob, bezog sich diese Angabe auf das von Dr. Philippson herausgegebene Gedenkbuch, welches nur eine Statistik der jüdischen Soldaten aus 132 Ortschaften enthielt. Nach dem in dem Werke „Die Juden als Soldaten" enthaltenen neuen Feststellungen haben aber nahezu 5000 jüdische Soldaten an dem Feldzuge 1870/71 theilgenommen und 360 derselben, darunter 129 Militärärzte, das eiserne Kreuz erhalten. Die Lorbeern Ahlwardts scheinen dem antisemitischen badischen Landtagsabgeordneten Pfisterer den Schlaf geraubt zu haben, da dieser Abgeordnete bei der Berathung des Justizbudgets im badischen Landtage am 4. März sich wiederholt ganz im Ahlwardtschen Stile äußerte, dadurch theils Unwillen, theils stürmische Heiterkeit erregte und sich zuerst eine Zurechtweisung des Präsidenten, dann aber, als er die Fabel von „Kornhamster und Schweinigel" auf die Juden anwandte, einen Ordnungsruf zuzog. Der nationalliberale Abg. Fieser erklärte, daß gegen die Judenhetze Pfisterers energischer Protest erhoben werden müsse, wenn man auch sonst die Nedeübungen dieses Herrn nicht ernst nehme. Fieser bemerkte, er müsse vor allem auch die jüdischen Richter in Schutz nehmen, die sich voll bewährt hätten und über den Verdacht erhaben seien, ihre Glaubensgenoffen besonders zu berücksichtigen. Bedenklicher als das Treiben der beiden badischen Landtagsantisemiten Mampel und Pfisterer ist aber wohl das anscheinend 11

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