Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 3 (März 1898)
- Article
- Emil Lehmann
- Date
- 1898-03-01
- Page
- 121 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Lmil Lehmann. 121 vorzüglichen Artikel, unter vielen anderen z. B. seine geistvollen Abhandlungen über die Wuchergesetzgebung erregten geradezu Aufsehen. Nebenher betheiligte er sich lebhaft an den Bestrebungen der bekannten jüdischen Gelehrten Dr. Bernhard Beer, Dr. Zacharias Frankel und Dr. Wolf Landau, die nach Aufhebung der Grundrechte des Jahres 1849 in Sachsen zwar aufrecht erhaltene, aber beständig bedrohte Emanzipation der Juden verfassungsmäßig sichergestellt zu sehen, was bei dem Erlasse des sächsischen Gesetzes vom 3. Dezember 1868 endlich glücklich erreicht, wenn auch erst durch das Bundesgesetz vom 3. Juli 1869 vervollständigt wurde. Wenn der „Judeneid", der allerdings schon durch das sächsische Gesetz vom Jahre 1840 seine schimpflichsten Formen verloren hatte, in Sachsen vollständig in Wegfall kam, bevor dies noch in andern deutschen Ländern durch die Reichsprozeßordnung bewerkstelligt wurde, dankte man dies dem Eifer Emil Lehmann's,- der unermüdlich durch eindringliche Petitionen gegen den „konfessionellen Eid" gewirkt hatte. Seit dem Jahre 1863 praktizierte Lehmann in seiner Vaterstadt Dresden als Rechtsanwalt und später auch als königlicher Notar und genoß in weiten Kreisen Vertrauen und hohes Ansehen. Ueber seine durch dieses Vertrauen geförderte öffentliche Thätigkeit schrieb der Dresdner Anzeiger, das Amtsblatt des dortigen Magistrats, am 1. März d. I.: „Sein gewissenhafter Sinn und seine Offenheit wurden die Veranlassung, daß ihn seine Mitbürger bereits 1865 in das Stadtverordnetenkollegium beriefen, wo er, die letzten Jahre II. V i z e v o r st eh e r,bis 1872 seine Thätigkeit im öffentlichen Dienste zu bewähren Gelegenheit fand. Kurze Zeit später wurde er abermals in dieses Kollegium der Bürgerschaftsvertretung gewählt und nunmehr gehörteer den Stadtverordneten von 1874 bis 1883 als II. beziehentlich I. Vizevorsteher an. Auch dem sächsischen Landtage gehörte er als Mitglied der sächsischen Fortschrittspartei, 1875 vom 5. Wahlkreise der Stadt Dresden gewählt, bis zum Jahre 1880 an und h a t a u ch h i e r z u m WohleSachsens nach bestenKräften mitgewirkt. Auch als gemüthreicher Dichter und Schriftsteller hat sich der Verschiedene bewährt, unter anderem schrieb er eine Geschichte der hiesigen israelitischen Gemeinde." In der Reihe der deutschen Volksvertreter jüdischen Bekennt