Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 3 (März 1898)
- Article
- Emil Lehmann
- Date
- 1898-03-01
- Page
- 120 (sequence 4)
- Language
- German
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120 Im deutschen Reich. verirrter zu preisen, die „für deutsches Leben opferwillig thätig, mit gleicher Treue am jüdischen Bekenntniß hingen", deshalb schrieb er für uns jene treffliche Biographie Gabriel Riessers, die, als das Ergebniß eingehender Studien und von Begeisterung für diesen „Anwalt des Rechts" durchglüht, in weiten Kreisen Interesse erregte. Er nannte ihn dabei das „verkörperte Ideal eines Deutschen jüdischen Bekenntniffes" und er durfte es sagen, denn Riesser war thatsächlich das Ideal, dem er beständig nachstrebte, in dessen Fußstapfen er trat, dem er in vielfacher Beziehung ähnlich war; auch darin, „daß er als edler Sproß edler Ahnen sich bewährte". Wenn, wie Lehmann schrieb, „der Hinweis auf tüchtige Vorfahren ebensowohl deutsch als jüdisch, der Adel der Edlen vollbererbtigt ist", so sei hier daran erinnert, daß der Stammvater der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden, der auch um seine Vaterstadt Halberstadt hochverdiente und dort begrabene „Resident" Berend Lehmann, welcher bei August dem Starken, dem König von Polen und Churfürsten von Sachsen, in hoher Gunst stand, der Ahnherr Emil Lehmanns war, welcher ihm in einer 1885 bei E. Pierson-Dresden erschienenen Lebensbeschreibung ein werthvolles Denkmal setzte. Zu seinen Vorfahren zählten auch Elias Berend Lehmann, welcher als „Gevollmächtigter" der Dresdner Judenschaft im Jahre 1733 die Befreiung der jüdischen Kinder vom Leibzoll durchsetzte, wobei die Gemeinschaft der Dresdner Juden zum ersten Male behördlich anerkannt wurde, ferner Elieser Lehmann, der als langjähriger Vorsteher der Dresdner „Beerdigungs-Brüderschaft" in den schweren Kriegsjahren Proben großartiger Ausdauer und seltenen Muthes gab. EmilLehmann wurde als Sohn des Kaufmanns Bonnier Lehmann am 2. Februar 1829 in Dresden geboren, besuchte zunächst die damalige israelitische Gemeindeschule, dann 1842 bis- 1848 die Dresdener Kreuzschule, 1848 bis 1851 die Leipziger Universität und bestand mit Auszeichnung seine juristischen Examina.. Sein Unabhängigskeitssinn, mit dem es sich nicht vertrug, bis in's Mannesalter hinein väterliche Unterstützung zu beanspruchen,veranlaßte ihn, sich der journalistischen Laufbahn zuzuwenden. Acht Jahre, hindurch arbeitete er für die damals von dem Stadtrath Walther in Dresden freisinnig redigierte „Sächs. Dorfzeitung", und seine.