Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1898)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1898-02-01
- Page
- 105 (sequence 5)
- Language
- German
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Vereinsnachrichlen. 105 niedrigen. Somit leistet enfieindieferrückgratlosen Zeit auch der Allgemeinheit des deutschen Bürgerthums einen hohen vorbildlichen Dienst. — Es traten in der Versammlung gegen 80 Mitglieder neu dem Verein bei. Auch Delegirte verschiedener Provinzialgemeinden wohnten der Versammlung bei, die, nach der Heimath zurückgekehrt, eifrig für den Central-Verein geworben, dem bald darauf u. A. aus Wollstein 20, aus Miloslaw 15, ferner aus Janowitz, Wongrowitz, Kischewo u. s. w. neue Mitglieder angemeldet worden sind. Die von St. Kazmarek redigierte und von St. Krapowski gedruckte und herausgegebene P o s e n e r Zeitung „Post^p" („Der Fortschritt"?!) hat seit längerer Zeit beständig Artikel veröffentlicht, welche offenbar bezweckten, die katholische polnische Bevölkerung der Provinz Posen gegen die jüdischen Bewohner dieser Provinz aufzureizen und die Existenzbedingungen dieser jüdischen Bewohner zu erschweren bezw. zu, verkümmern. Aehnlichen Zwecken sollte offenbar der am 7. Januar d. I. von der Redaktion des „Posttzp" vorgenommene'Abdruck eines angeblich am 15. Juli 1836 von dem ehemaligen Erzbischof von Posen und Gnesen, Martin von Dunin, erlasienen Hirtenbriefes, das Verbot des Dienens bei Juden und das Nähren jüdischer Kinder betreffend, dienen. Die Ueberzeugung, daß weder durch inhumane Behandlung christlicher Untergebener, noch durch irgend eine Beeinflussung in religiösen Dingen seitens unserer Glaubensgenossen ein Anlaß zu der Notiz des „Post^p" gegeben worden sein konnte, veranlaßte uns, in einer Eingabe an den Erzbischof von Posen und Gnesen, Herrn von Stablewski, Bescheid zu erbitten, ob in der Nr. 279 des „Post^p" der Hirtenbrief vom 15. Juli 1836 wortgetreu und mit seiner Genehmigung veröffentlicht worden, ob der besagte Hirtenbrief noch heute, trotz der seit seinem Erlaß wesentlich veränderten Verhältnisse, in voller Wirksamkeit oder ob derselbe durch spätere erzbischöfliche Anordnungen überholt worden sei. — Der Herr Erzbischof ließ uns darauf mit der Empfehlung antworten: „auf die Angriffe des Post^p im Interesse der von dem Central-Verein verfolgten Ziele nicht zu antworten und nichts zu veranlassen, da der Post^p durch irgend eine Erwiderung nur neue Nahrung für seine zwecks Abonnentenerlangung gemachten resp. zu machenden Angriffe gewinnen könnte. Diesem Blatte gegenüber sei Schweigen das beste Entwaffnungsmittel."