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Im deutschen Reich · 1898-02-01 · Heft 2 (Februar 1898) · p. 103

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 2 (Februar 1898)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1898-02-01
Page
103 (sequence 3)
Language
German
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Vereinsnacprichten. 103 schluß kleinerer Gemeinden zum Zweck einer besseren Besoldung der Lehrer in Aussicht zu stellen. Dagegen, daß die jüdischen Lehrer auf den Religionsunterricht beschränkt würden, habe sich der Central-Verein in dankenswerther Werse gewehrt. Als der hervorragendste Theil -es eben gehörten Vortrages erscheine ihm die Besprechung der Kündigungsfristen und der Anstellungsverhältnifse überhaupt. Hierbei wirksame Abhilfe zu schaffen, werde aber dadurch erschwert, daß den Gemeindeverwaltungen durch das zulässige leichte Ausscheiden einzelner begüterter Gemeindemitglieder der Lebensnerv unterbunden sei. Nachdem Herr Steinhardt dem Vorredner gegenüber nochmals seinen Standpunkt vertreten und betont hatte, daß er mehr Werth auf eine Besserung der sozialen als der finanziellen Lage der Lehrer lege und sich noch die Herren F l a n t e r und R e m a ck, sowie der General- Sekretär Alphonse Levy und der Vorsitzende an der Debatte betheiligt Hattert, genehmigten die Anwesenden einstimmig nachstehenden Vorschlag des Herrn Flanter: „Die am 26. Januar er. in dem-Saale der Brauerei „Pfefferberg" versammelten, im N.-NO. wohnenden Mitglieder des Central-Vereins erklären sich mit den Wünschen des Referenten bezüglich der definitiven Anstellung der jüdischen Lehrer und der Versorgung ihrer * Hinterbliebenen einverstanden und sprechen die Bitte aus, der Vorstand des Central- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wolle dieser Frage in wohlwollender Weise näher treten." Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Ueber die am 3. Februar in Posen veranstaltete zweite Central-Vereins-Versammlung berichtete die „Posener Zeitung": „Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens veranstaltete im großen Stern'schen Saale eine Versammlung, welche von etwa 500 Mitgliedern und Gästen besucht war. Bankier Hamburger eröffnete die Versammlung des Vereins, welcher gegenwärtig über 30 000 Mitglieder vertritt und gab seiner Freude Ausdruck über das Wachsthum der Mitgliederzahl in Posen, welche von 14 im Jahre 1894 bis auf 600 stieg. Das Vorstandsmitglied, Dr. med. Pariser aus Berlin, nahm hierauf das Wort zu dem angekündigten Vortrage über das Thema: „Was will -— was thut der Central-Verein?" Der Central-Verein, welcher am 5. Februar sein fünfjähriges Stiftungsfest feiert, ist gegründet worden, um für die staatsbürgerlichen Rechte der deutschen Juden einzutreten. Die Hauptthätigkeit des Vereins bildet die Rechtsschutzkommission, welche berufen ist, die staatsbürgerlichen Rechte der deutschen Juden zu vertheidigen und jedem, welcher wegen seines 8*

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