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Im deutschen Reich · 1898-02-01 · Heft 2 (Februar 1898) · p. 102

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 2 (Februar 1898)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1898-02-01
Page
102 (sequence 2)
Language
German
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102 3m deutschen Reich. weitesten Kreisen Deutschlands gewissermaßen als „das Gewissen der GesammtheiL aller deutschen Juden" angesehen werde und dadurch ebenso heilsam nach innen wie nach außen zu wirken befähigt sei» Die Erkenntniß, daß die Stellung der Lehrer in den jüdischen Gemeinden den heutigen Zeitverhältnissen nicht mehr entspreche, hat den Anlaß zu der vor zwei Jahren unter der Beihilfe des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes erfolgten Begründung des Verbandes der jüdischen Lehrervereine gegeben. Von diesem Verbände sei eine Enquete über die Verhältnisse der jüdischen Lehrer in Deutschland veranstaltet worden, deren Ergebnisse er zu bearbeiten gehabt habe. Don den ausgesandten 1000 Fragebogen seien zwar nur 500 ausgefüllt zurückgekommen, aber diese hätten Aufschlüsse gegeben, welche der Beherzigung ungemein werth erscheinen. Der Redner theilte unter Angabe zahlreicher bemerkenswerther Ziffern mit, was aus diesen Fragebogen über die Vorbildung, die Gehälter, die Pensionsberechtigung, die Versorgung der Hinterbliebenen, die Anstellungsbedingungen und Kündigung der Lehrer in den jüdischen Gemeinden Deutschlands zu entnehmen war. Mit Dank erkannte der Vortragende an, was der Deutsch-Israelitische Gemeindebund gethan, die Lage der Lehrer sorgenfreier zu gestalten; er drücke aber gleichzeitig den Wunsch aus, daß auch die neugegründeten Provinzial-Verbände das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen und nach dieser Richtung hin Weiteres leisten möchten. Don dem Eentral-Verein erhoffe er eine günstige Einflußnahme, nicht in Bezug auf die finanzielle, sondern auf die soziale Stellung der Lehrer und er beantragte zu diesem Zwecke, daß der Verein die Vorstände der jüdischen Gemeinden ersuchen möchte, ihren Lehrern nach einigen Probejahren eine definitive Anstellung auf Lebensdauer zuzugestehen. Dies werde die Lehrer von dem unberechenbaren Wechsel der Verwaltungsorgane unabhängig machen, ihre durch häufigen Ortswechsel arg beeinträchtigte wirthschastliche Lage verbeffern, ihr Ansehen bei den Eltern und Kindern erhöhen, eine bessere Schuldisziplin und höhere Achtung des Religionsunterrichts ermöglichen. Besonders dieser letzte Theil des Vortrages fand lebhaften Anklang und veranlaßte regen Beifall, dem der Vorsitzende durch herzliche Dankesworte an den Vortragenden weiteren Ausdruck gab. In der Debatte schloß sich Herr Rektor Di-. Adler einzelnen Ausführungen des Vortragenden mit Wärme an, bestrebte sich aber, diejenigen, welche ihm zu weitgehend erschienen, auf ein richtigeres Maß zurückzuführen, insbesondere aber eine Besserung der Verhältnisse der Lehrer in Folge der Thätigkeit der Provinzial-Gemeinde-Verbände und den Zusammen-

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