Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-02-01
- Page
- 96 (sequence 3)
- Language
- German
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3m deutschen Reich. die Mitgliederzahl auf 557 gestiegen und sind im verfloflenen Jahre 758 Stellen (1896: 661) vermittelt worden. Eine sehr erhebliche Zahl dieser Stellen (289) gehörte solchen Gebieten an, wo nicht die geistige, sondern die körperliche Arbeit in Betracht kam, denn es wurden 78 Handwerksgesellen, 2 Weinküfer, 2 Briefträger, 63 Hausdiener, 98 Arbeiter und 43 Laufburschen untergebracht. Außerdem entfielen 6 Volontäre und 24 Lehrlingsstellen - Vermittelungen auf gewerbliche Berufe. Zu verzeichnen waren ferner 179 Vermittelungen weiblicher Stellungen (1896: 83), die fast sämmtlich als dauernde Stellungen galten. Diese von dem noch jungen Verein erzielten Resultate sind um so höher zu schätzen, als das Budget desselben sich nur auf 5605,28 Mk. belief und die Jahresbeiträge sich nur auf 3131,30 Mk. bezifferten. Das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des JudenthumS veranstaltet auch in diesem Winter zum Besten ihres Stipendienfonds im Saale der Gesellschaft der Freunde, Potsdamerstr. 9, eine Reihe von Vorlesungen. Angekündigt sind folgende Vorlesungen: 14. Februar Dozent Dr. M. Schreiner: „Was lehrten die Pharisäer?" 21. Februar Rabbiner Dr. T. Cohn: „Die Frauen im Talmud." 28. Februar Professor Dr. L. Geiger: „Esther in der neueren Literatur." 14. März Privatdozent Dr. G. H u t h : „Meine Reise. nach den Goldwäschen des Jenissei." 21. März Rabiner Dr. S. Weisse: „Geistesleben der Juden am Beginn der Neuzeit." 28. März Rechtsanwalt B. Breslauer: „Hermann Makower." Der Privatdozent Dr. I. P a g e l ist zum Professor für Geschichte der Medizin an der ' hiesigen Universität ernannt worden. Die „Jüdische Presse" schrieb aus Anlaß dieser Ernennung: „Herr Professor Pagel bekundete seine treue Anhänglichkeit an Juden und Judenthmn auch in verdienstvollen Arbeiten über die jüdische Medizin und hat seine Meisterschaft auch auf diesem Gebiete erst kürzlich in einem Vortrage im hiesigen „Verein für jüdische Geschichte und Literatur abermals erwiesen." Der Sohn des Geh. Medizinalraths Prof. Dr. Köbner, Dr. Otto Köbner, wurde zum Hilfsarbeiter in das Reichsmarine-Amt berufen. Der König von Italien hat dem Dozenten am Rabbinerseminar in Berlin, D r. A. Berliner, in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste, namentlich für seine Geschichte der Juden in Rom, den Kronenorden verliehen. Der in der Kurfürstenstraße in Berlin wohnhafte Dr. meä.