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Im deutschen Reich · 1898-02-01 · Heft 2 (Februar 1898) · p. 76

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 2 (Februar 1898)
Article
Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
Date
1898-02-01
Page
76 (sequence 3)
Language
German
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76 )m deutschen Reich. warnen würden, je wieder in gleicher Weise frevelhaft einen Krieg zu beginnen. Glücklicherweise gebe es Provinzen, deren Einwohner noch genug deutsches Wesen und die deutsche Sprache so vollkommen erhalten hätten, daß man hoffen dürfe, daß sie sich leicht als Gleiche unter Gleichen den Deutschen einfügen würden. Dieser Patriotismus Lasker's brach in Hellen Strahlen aus, als Lasker am 5. Dezember von der Kaiserwürde sprach, die dem Könige von Preußen durch den König von Bayern unter Zustimmung der deutschen Fürsten angetragen wurde. Auch damals fehlte es nicht an parlamentarischen. Bedenken, und der Abgeordnete Windthorst, einer der hervorragendsten Männer im Parlament und Führer der Centrumspartei, erhob den Einwand, daß der Reichstag gar nicht kompetent sei, die Frage der Kaiserwürde zu berathen und daß durch die Verwirklichung dieser Thatsache Bayern und die deutschen Lande allesammt mediatisiert würden. Da nahm Lasker das Wort, um in einer begeisterten Rede zu erklären, daß die erste Initiative zum Ausbau der Einheit vom Volke ausgegangen sei und daß, wenn die Nation befriedigt sein solle, mit den gesicherten Grenzen zugleich die Einheit des Deutschen Reichs begründet werden müsse. Die Mediatisirung der Bundesstaaten anlangend, bemerkte er wörtlich: „Wir haben schon bei Errichtung des Norddeutschen Bundes uns darüber ausgesprochen, daß man zwar im Einzelnen untergehen, aber im Großen weit herrlicher wieder auferstehen werde." „Und." rief er aus, „ich frage die Mitglieder des Norddeutschen Bundes, ich frage die Negierungen selbst, ob sie nicht innerhalb dieses Saales, ob sie nicht innerhalb des Bundesraths eine Bedeutung in den letzten drei Jahren erlangt haben, die sie nie und nimmermehr vor der Stiftung des Norddeutschen Bundes gehabt haben." Lasker kannte in diesem Augenblicke keine andere Aufgabe und hielt nichts für eiliger und drängender, als die Krönung des Bundes, an welchem Regierung und Volksvertretung und nicht am wenigsten er selbst seit langen Jahren gearbeitet hatte, nichts als die volle und ganze Einheit Deutschlands, dargestellt durch die weiteste Kompetenz des Gesammtstaates in allen politischen und wi'rthschaftlichen Dingen der Einzelstaaten und zusammengefaßt zu einer starken nationalen Existenz. Mit großer Befriedigung erwog er die Gunst des Augen-

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