Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 54 (sequence 4)
- Language
- German
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54 3m Deutschen Reich. öffentlich erklärt werden, obgleich es ja allen Mitgliedern bekannt sein sollte, daß der Vorstand als solcher zu rituellen und dogmatischen Fragen nach keiner Richtung Stellung nehme. Ebenso angenehm berührte die Mittheilung, daß der Verein in letzter Zeit auch bei der Preffe größeres Entgegenkommen gefunden habe. Der von dem Schatzmeister des Vereins, Herrn Dr. I. Ginsberg erstattete Kassenbericht verzeichnete an Einnahmen (Mitglieder-Beiträge, Spenden für Preßfonds, Zeitschrift-Abonnements, Geschenke, Zinsen von Staatspapieren u. s. w.) Mk. 40365,48, an Ausgaben (Bureaumiethe, Gehälter, Saalmiethen, Vorträgen, Ankäufen von Broschüren, Kosten der Vereinszeitschrift, Porti, gekaufte Staatspapiere u. s. w.) Mk. 39096,13, einen Cassen-Bestand von Mk. 1269,35 und außerdem ein Vermögen von 21O00 Mk. in Staatspapieren, also gegen das Vorjahr einen Vermögenszuwachs von Mk. 9302,58. Im Aufträge des am Erscheinen behinderten Eontrolleurs, Herrn Maurermeisters Weile erklärte Herr Dr. Pariser, daß ersterer die Rechnung geprüft und richtig befunden habe. Die Versammlung ertheilte die Decharge mit Einstimmigkeit. Nach Eröffnung der Debatte drückte Herr Rechnungsrath M e n d e l s o h n feine Verwunderung darüber aus, daß Herr Oberamtmann Cohn nicht für die Zukunft der jüdischen Landwirthe die Erwerbung kleiner Rentengüter im Osten Deutschlands in Vorschlag gebracht habe. Die dagegen von Herrn Oberamtmann Cohn erhobenen Einwände suchte Herr Nechnungsrath Mendelsohn auf Grund seiner als Kgl. Feldmesser gemachten Erfahrungen zu widerlegen. Hierauf wiederholte Herr Apotheker L ö w e n st e i n das von dem Vorstand schon früher abgelehnte Ersuchen, gegen die zionistische Bewegung, welche der Redner, von Zurufen unterbrochen, als „Seuche" bezeichnete, so bald als möglich in einer besonderen Versammlung Stellung zu nehmen. Dies lehnte der Vorsitzende wiederum mitgrößter Entschiedenheit ab, indem er die Stellung des Central-Vereins zu der zionistischen Bewegung als hinreichend klargelegt bezeichnete, so daß die von dem Vorredner gewünschte besondere ofsicielle Erörterung nur zu einer bedauerlichen Radau-Versammlung Anlaß geben würde. Unter allgemeiner Zustimmung erklärte er schließlich, daß er jeden weiteren Versuch, diese nicht auf der Tagesordnung stehende Angelegenheit in die Discusfion zu ziehen, verhindern werde. An der weiteren Debatte betheiligten sich die Herren Wohlberg, Adolf Gins b erg und Dr. Hirsch Hildesheimer, welcher letztere in einer persönlichen Bemerkung eine Aeußerung des Herrn Löwenstein über die angeblich zionistische Haltung der „Jüdischen Presse" durch den Hin-