Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1898-01-01 · Heft 1 (Januar 1898) · p. 55

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 1 (Januar 1898)
Article
[Ohne Titel]
Date
1898-01-01
Page
55 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316637-2316639--03560-2321876
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

vereinsnachnchten. weis widerlegte, daß in diesem Blatte nur die Colonisation Palästinas zu Gunsten heimathloser Glaubensgenossen befürwortet worden ist. Der letzte Punkt der Tagesordnung „Wahlen" wurde infolge der von den Herren Dr. Hildesheimer und Dr. Kalisch er beantragten AcclamaLions-Wahl durch die Wiederwahl sämmtlicher satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder erledigt. Trotz des ungünstigen Wetters war die am 20. d. Mts. im Nordwesten Berlins in dem großen Saale der „Aktien- Brauerei Moabit" veranstaltete Vereins-Versammlung von gegen 500 Personen besucht. Nachdem Herr Banquier Alfred Loewenb e r g die Versammlung mit einer kurzen Ansprache eröffnet hatte, hielt der Vorsitzende des Vorstands, Herr Rechtsanwalt vr. M. Hör* witz, einen Vortrag, in welchem dargelegt wurde, welche „Ehrenpflichten" die Zeitverhältniffe den deutschen Juden auferlegen und wie diesen letzteren der „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" Mittel und Wege bietet, diesen Pflichten zu genügen. Diese Ausführungen, insbesondere, die Darlegung der erfolgreichen Wirksamkeit des Vereins nach außen und nach innen, wurden wiederholt von lebhaften Kundgebungen begeisterter Zustimmung unterbrochen und am Schluffe mit langanhaltendem Beifall belohnt. Der stenographisch aufgenommene Vortrag wird s. Z. im vollen Wortlaut in dieser Zeitschrift veröffentlicht werden. — Während der kurzen Pause vor der Eröffnung der Diskussion erfolgten sehr zahlreiche Beitrittserklärungen. Sodann erhielt- Herr cand. med. Dresel das Wort, welcher den Vorstand ersuchte, seinen Einstuß dahin geltend zu machen, daß die Verbindungen von Studenten jüdischer Konfession den von der Mehrheit der Studenten mißbilligten Mensuren entsagen möchten. Herr Carl Schwarz betonte die Wichtigkeit des Religionsunterrichts für die Abwehrthätigkeit und wünschte deshalb, daß die jüdischen jungen Leute bis zum Abiturienten-Examen verpflichtet würden, am Religionsunterricht theilzunehmen. Die jüdischen schlagenden Verbindungen vertheidigte Herr Schriftsteller Klausner, welcher betonte, daß die zu denselben gehörenden Studenten nichts anderes gethan hätten, als sich dem deutschen studentischen Brauch einfach zu fügen. Von Herrn Zahnarzt Wittkowski wurde über ein Erlebniß aus seiner Studentenzeit berichtet, bei dem er sich selbst in der Nothwehr befunden habe. Herr I. Radin wünschte im Gegensatz zu Herrn Schwarz, daß das rein menschliche Moment mehr als das konfessionelle Moment betont würde. — Im Schlußworte erklärte der Referent, Herr Dr. H o r w i tz , daß er sich bezüglich der Zweikampffrage in vollster Uebereinstimmung mit Herrn Klausner be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.