Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 53 (sequence 3)
- Language
- German
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vereinsnachrichlen. 53 Jacob Treumann-Bamberg, Martin Lebrecht und Kommerzienrath Jac. Gallinger - Nürnberg u. a. Herren in Bromberg, Augsburg, Grätz, Landsberg a. W., Potsdam u. s. w. Für Berlin wären auch die allgemeinen Bereinsversammlungen und Gruppenversammlungen sehr förderlich gewesen. In den ersteren hätten die Herren Dr. Hirsch- Hildesheimer, Alphonse Levy, Robert Schweichel und Oberamtmann Cohn, in letzteren die Herren Robert Wohlberg, Dr. Moses, Dr. Lövinson, Dr. Joseph Lewy, Eugen Rosenstiel und Rabbiner Dr. Rieger - Potsdam Vorträge gehalten. Von dem Vorstand fei beschlossen worden, die Vereinszeitschrift „Im deutschen Reich" allen Mitgliedern unentgeltlich zu übermitteln, auch auf das freiwillige Abonnement zu verzichten, dagegen sei nach wie vor eine Unterstützung des Preßfonds willkommen. Der Vorsitzende berichtete sodann über den günstigen Stand der Vereinsfinanzen, die von dem Vorstand, den Commissionen und dem Bureau im verflossenen Jahre geleisteten Arbeiten und insbesondere die im Verkehr mit den richterlichen und Verwaltungsbehörden erzielten Erfolge (Reichsgerichts- Entscheidung wegen Religionsbeschimpfung, Bestrafungen antisemitischer Ausfälle, des mit Weihnachtsflugblättern getriebenen groben Unfugs, Bescheide der Regierung zu Potsdam in der Plakat-Ängelegenheit Spiekermann - Rangsdorf, der Eisenbahndirection Köln wegen antisemitischer Reklamen im Gepäckausbewahrungszimmer, des Polizei-Präsidiums zu Berlin wegen Vertheilung antisemitischer Hetzschriften und Weihnachtsflugblätter, des Comites für die Ueberschwemmten in der Sache eines jüdischen Geschädigten in Schmiedeberg u. A. m.). Diese Mittheilungen, sowie diejenigen über die Sistierung der Memeler Ausweisungen, ferner das Vorgehen des Vorstandes behufs Aufklärung der von den Herren Pastoren Burkhart und Klawe verursachten Mißverständnisse u. dergl. m. erregten lebhaften Beifall. Nicht minder beifällig war die vorher bei Besprechung der Vereinszeitschrift abgegebene Erklärung ausgenommen worden, daß der Vorstand dem Verfasser des „Offenen Briefes an Professor Frievr. Paulsen" für seine ausgezeichnete Abfertigung einer der Stützen des gefährlichen „Wiffenschaftlichen Antisemitismus^ zwar herzlichen Dank und Anerkennung zolle, aber für die eingeflochtenen rein persönlichen Anschauungen des Verfaffers über dogmatische und rituelle Dinge jede Verantwortung ablehnen müsse. Der Vorstand habe zwar die Ueberzeugung gehabt, daß nach der Fassung der betreffenden Stellen („m einer Ansicht nachleider" und dergl.) völlig deutlich gemacht sei, daß lediglich die persönliche religiöse Auffaffung des Verfassers vorgetragen werde; um Mißverständnissen zu begegnen, solle dies aber noch ausdrücklich