Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 39 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 39 der Ahleiner Anstalt darauf hinzuweisen, daß man bei der Förderung aller derartigen Bestrebungen sich vor zu großem Optimismus ebenso hüten müsse, wie vor Verstimmung bei etwas langsamer Antheilnahme. Schließlich verwies Herr Dr. Hirsch Hildesheimer unter allgemeiner Zustimmung auf die Nothwendigkeit, vor Allem für den hohen Werth der Ueberleitung eines größeren Theils der jüdischen Jugend zur Bodenkultur unter Mitwirkung der Presse und durch Flugschriften in weiteren Kreisen volles Verständniß zu schaffen. Von den Anwesenden meldeten sich noch vor dem Schluffe der Versammlung die Herren Kommerzienrath Jsaac - Berlin, Alphons Jacobson - Leipzig und Konsul Simon-Hannover zur „immerwährenden Mitgliedschaft". — Nach beendeter Verhandlung trat der neugewählte Vorstand sofort zusammen, um gemäß statutarischer Vorschrift die Cooptation von neun weiteren Mitgliedern vorzunehmen. In Nr. 46 der M i t t h e i l u n g e n vom „Deutsch- Israel. Gemeindebunde" wird über die Ausführung der auf dem letzten Gemeindetage dem geschäftsführenden Ausschüsse ge> stellten Aufgabe^ berichtet. Die Bildung von Synagogen-Gemeinde- Verbänden ist bis jetzt in den Regierungsbezirken Bromberg, Posen, Breslau und Liegnitz, sowie in den Provinzen Westpreußen und Pommern erfolgt. Dem Hauptzweck dieser Verbände, die Beschaffung eines ausreichenden jüdischen Religionsunterrichts jn kleinen, leistungsunfähigen Gemeinden, ist insoweit Genüge geschehen, daß eine bezügliche Petition an das Kultusministerium gerichtet wurde, auf welche ein Bescheid bis jetzt nicht eingegangen ist. — Die „Mitteilungen" unterbreiten die von der Lehrabtheilung festgestellten Normallehrpläne für den jüdischen Religionsunterricht; dieselben umfaffen den Unterricht an der nichtjüdischen Volksschule, höheren MädchenundKnaben- Schulen und an Realschulen. Die Fürsorge für jüdische Strafgefangene und Strafentlassene mußte nach Lage der Verhältniffe auf Anregungen an die Gemeinden derjenigen Orte beschränkt bleiben, in denen sich Strafanstalten befinden. Wie bereits in der letzten Nummer der „Mittheilungen", werden wiederum die Bestrebungen der „Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem" der kräftigsten Förderung empfohlen. Ueber den konfessionellen Eid, für deffen Wiedereinführung sich im vorigen Jahre die Reichstagsmehrheit erklärte, hat in der „Deutschen Juristen-Zeitung" Professor X>r. v. Schulte- Bonn sich kürzlich wie folgt geäußert: .Heute im neuen Reiche, am Ende des IS. Jahrhunderts, fordert und billigt man .zweispaltige Formen*, die man vor fast 350 Jahren