Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-01-01
- Page
- 38 (sequence 1)
- Language
- German
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38 Korrespondenzen. Berlin, 20. Januar. Die Bestrebungen, welche darauf gerichtet sind, die Juden Deutschlands zu einer größeren Betheiligung an derLandwirthschaft überzuleiten, nehmen mehr und mehr feste Gestalt an. Der zu diesem Zweck kürzlich begründete „Verein zur Förderung der Bodenkultur unter denJuden Deutschlands" hielt am 17. d. M. in den Räumen der B'nei-Brith-Logen, unter dem Vorsitze des Rittergutsbesitzers Oberamtmann Ludwig Cohn, seine erste Sitzung ab, in welcher zunächst die Statuten berathen wurden. Der vorgelegte Entwurf fand, nachdem man sich über einige Abänderungen verständigt hatte, einstimmige Annahme. Der Jahresbeitrag beträgt danach nur 3 Mark. Die Mitgliedschaft kann ferner durch eine einmalige Zahlung von 100 Mark, die immerwährende Mitgliedschaft durch eine solche für 300 Mark erworben werden. Vereinigungen, Stiftungen, Gemeinden u. s. w. erwerben die Mitgliedschaft durch Zahlung von mindestens 20 Mark oder durch einmalige Leistung von mindestens 500 Mark. Nachdem die provisorische Dereinsleitung damit ihre Aufgaben gelöst hatte, wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins Herr Rittergutsbesitzer Oberamtmann Ludwig Cohn in Berlin gewählt, welcher unter Hinweis auf das von ihm in dem im „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" gehaltenen Vortrage dargelegte Programm mit Dankesworten die Wahl annahm. Sodann erfolgte durch Akklamation die Wahl der Herren Aron stein, Großgrundbesitzer, Büren in Westfalen, Dr. M. H o r w i tz, Rechtsanwalt, Berlin, A l p h o n s Jacobson, Leipzig; Dr. Plaut, Rabbiner, Frankfurt a.*M.; Eugen R o s e n st i e l, Berlin, Konsul A. M. Simon, Hannover; Gustav Tuch, Hamburg, und Joseph Wisloch, Frankfurt a. M., zu Vorstandsmitgliedern, wobei der Vorstand ersucht wurde, bei der Cooptation weiterer Mitglieder darauf sein Augenmerk zu richten, daß noch mindestens sechs der letzteren ihren Wohnsitz in Berlin haben. Herr Konsul A. M. Simon-Hannover betonte die engen Beziehungen des neuen Vereins zu der „Israelitischen Erziehungsanstalt" in A h l e m und insbesondere die noch zu wenig erkannte Wichtigkeit dieses Instituts für die Berliner Glaubensgenossen. Dies veranlaßte Herrn Kommerzien« rath Julius Jsaac unter vollster Anerkennung der Bedeutung