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Im deutschen Reich · 1898-01-01 · Heft 1 (Januar 1898) · p. 25

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 1 (Januar 1898)
Article
Chronik der jüdischen Gemeinde zu Marienburg
Date
1898-01-01
Page
25 (sequence 6)
Language
German
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Chronik der jüdischen Gemeinde zu Marienburg. 25 Flatow und W. L. Aschenheim (Vorsteher), Bürger der Stadt Marienburg. 3. Marienburg, den 14. Mai 1818. Wider die Ordnung der Dinge läßt sich wohl nichts entgegnen, allein wenn die Judenschast sich so vermehrt, als es in ein paar Jahren bei uns der Fall gewesen, so läßt sich bald erwarten, daß die Judenschaft gar bald die Mehrzahl sein wird, und da wir zur Unterhaltung der Prediger und Lehrer verpflichtet sind, so kann es nicht fehlen, daß wir durch die Verminderung der evangelischen Christen nicht ferner im Stande sein werden, diese unsere Pflichten gegen die Prediger und Lehrer zu erfüllen, wenn die Judenschaft nicht auch ihr Scherflein dazu bei Gelegenheit der Begräbnisse beitrage, daniit die ganze Last nicht auf unfern Schultern liege. Unser Beschluß wegen Erhaltung eines öffentlichen Platzes zum Begräbniß für die Judenschaft ist also dahin ausgefallen, daß die jüdische Gemeinde allhier für den qu. Platz in Hoppenbruch 1) einen Einkanfspreis -von 75 Rthl. zur Stadtkaffe ein für allemal zahle, 2) und von jeder Leiche die nach beigehendem Aussatz verzeichneten Gebühren von 5 Thaler 24 Silbergr. wie die Lutherischen selbst mit Gefolge und 3 Rthl, ohne Gefolge zahle. Ein wohllöblicher Magistrat wird diesen unfern Beschluß billigen und recht finden, weshalb wir denn solchen gütigst zu bestätigen bitten. DieStadtverordneten- Versammlung, gez. Tornwald, Schulz, Kafemann, Schnell, Nandiko, Becker, Napierski, Reiner. 4. Bericht des Ma g istrats zu Mari enb urg an die Königl. Negierung vom 29. Juni 1818, betreffend die Erhebung derselben Leistungen bei j ü d i s ch e n Todesfällen für die lutherischen Prediger und Schulen wie bei den lutherischen. Hierbei bemerken wir noch, daß srüherhin keine Juden am hiesigen Orte wohnen durften, daß sich seit dem Jahre 1813 aber schon eine bedeutende Anzahl hier niedergelassen hat, wodurch manche bedeutende Einnahme anderer Religion verdrängt ist. Dadurch ist den lutherischen Geistlichen viel entzogen und es wird dies immer mehr der Fall sein, wenn, wie zu vermuthen, die Zahl der Juden sich noch ferner mehrt. Letztere bewohnen jetzt schon die bedeutendsten Häuser der Stadt, aus denen die Geistlichkeit früher manche gute Einnahme hatte, diese fallen jetzt ganz aus, und wenn dies so fortgeht, so

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