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Im deutschen Reich · 1898-01-01 · Heft 1 (Januar 1898) · p. 3

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 1 (Januar 1898)
Article
Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1898-01-01
Page
3 (sequence 3)
Language
German
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Der LenLral-.verem deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. A Unschwer voraussehen, wurde aber dennoch lange Zeit hindurch von den Meisten unterschätzt. Als 1879 durch ganz Deutschland eine Petition kolportiert wurde, welche die Einschränkung der Einwanderung ausländischer Juden, den Ausschluß der Juden von allen obrigkeitlichen Stellungen, die Beschränkung der Verwendung derselben im Justizdienste, die Anstellung von nur christlichen Lehrern in der Volksschule verlangte, erließen allerdings zahlreiche hervorragende christliche Männer aus den verschiedensten Parteien und Berufszweigen einen gemeinsamen Protest gegen eine derartige antisemitische Agitation. Bald darauf, am 20. November 1880, erklärte der Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums Graf Stolberg im Abgeordnetenhause, daß die Regierung keine Aenderung des bestehenden Rechtszustandes (der Gleichberechtigung der religiösen Bekenntnisse in staatsbürgerlicher Beziehung) eintreten zu lasten beabsichtige — daraufhin hielten die meisten deutschen Juden die Gefahr für vollständig beseitigt. Von den Genuesen sagte Schiller -„sie meinten, der Löwe schliefe, weil er nicht brüllte!" Immerhin ist zu erwähnen, daß doch schön im Jahre 1880 einige deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens auf die Rothwendigkeit organisierter Abwehr eindringlich hingewiesen haben. In Folge der Anregung des Prof. Lazarus bildete sich damals am 1. Dezember 1380 das sogenannte Dezemberkomitee, das bis zum Jahre 1891 bestanden hat, und dem viele hervorragende Mitglieder der Berliner jüdischen Gemeinde angehört haben, namentlich außer Lazarus: Berthold Auerbach, Stadtverordneten- Vorsteher Straßmann, Reichstags - Abgeordneter Ludwig Loewe, Prof. Dirndel, Geh. Rath Kristeller, Prof. Hirschberg, Julius Bleichröder, Geh. Rath Lachmann u. A. Die Thätigkeit dieser Vereinigung, deren Bedeutung nicht untersckätzt werden sollte, bewegte sich im Wesentlichen in den gleichen Bahnen wie diejenige des jetzt von Di-. Nathan geleiteten Komitee's. Demgemäß war sie fast ausnahmslos eine nicht-öffentliche. Oeffentliche Versammlungen wurden wohl nur in den ersten Monaten abgehalten, als es sich darum handelte Mitglieder zu werben. In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre, als der Antisemitismus sich aus dem öffentlichen Leben mehr zurückzog, wurde auch die Bethätigung des Dezember- Komitee's eine schwächere. Dian sprach es als leitenden Grundsatz

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