Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1897)
- Article
- Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
- Date
- 1897-12-01
- Page
- 610 (sequence 3)
- Language
- German
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610 3m deutschen Reich. träge in derselben Weise zu sichern, wie das zwischen den Einzelstaaten des Bundes geschehen war. Thatsächlich hat auch der Reichstag am 2. Juni einen dieser Absicht entsprechenden Entschluß, gefaßt, und nach wenigen Monaten bereits war ein solcher Vertrag mit dem Großherzogthum Baden abgeschlossen. Wie nahe lag es nun, daß auf der Brücke zwischen dem Bunde und Baden beide Theile einander begegneten und sich die Hand zu völliger nationaler Vereinigung und Einheit reichten. Das war die Parole, mit welcher, anläßlich der dritten Berathung des Vertrages vom 24. Februar 1870, Lasker in Erkenntniß der Bedeutung, welche der Augenblick für die Verbindung aller Theile Deutschlands hatte, die volle Aufnahme Badens in den norddeutschen Bund forderte- Mit einem Feuer, das bei ihm am rechten Orte stets mit solcher Kraft durchbrach, daß es ihn zu Heller Begeistemng und seine Zuhörer zur Bewunderung hinriß, gab er sein Votum dahin ab, daß es nicht allein die Verträge seien, auf denen man fuße, daß vielmehr das ursprüngliche Recht und das Fundament in der nationalen Zusammengehörigkeit bestehe. Lasker ging dabei die Geschichte seit den fünfziger Jahren durch und wies die Gemeinschaft zwischen Preußen und Baden nach, die nur gezwungen im Jahre 1866 von Baden verlassen wurde. Er häufte dann Lob auf Lob über Baden wegen seiner patriotischen Bestrebungen und Neigungen zum Norddeutschen Bunde und fuhr fort: „Räthselhast erscheint mir, warum denn dieser mächtig geordnete Norddeutsche Bund auf der einen Seite und auf der andern Seite das Land Baden, wollend und bestrebt in allen seinen offiziellen und populären Gewalten sich diesem Bunde anzuschlicßen, — warum dennoch diese Vereinigung verhindert wird. Die Aufgabe sollte doch sein, daß der Bund, so wie ihm die Möglichkeit geboten wird, nach Süddeutschland hin sich erstrecke, damit wir nicht ferner getrennt bleiben in Süden und Norden, daß wir nicht länger als unbedingt nöthig bei dem festgehalten werden, was die Roth des Augenblicks im Jahre 1866 gestaltet hat. Nach meiner Auffassung hört Deutschland auf getheilt zu fettig sobald der Bund weit über den Main sich ausdehnt, sobaldein Mitglied des Bundes bis an die äußerste Grenze des Südens sich erstreckt, und das ist mit Baden der Fall. Sobald die Bundesgewalt erklärt, daß Preußen bereit sei, jeden Wollenden