Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (November 1897)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1897-11-01
- Page
- 576 (sequence 7)
- Language
- German
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3m deutschen Reich. 3>7ö Bild der Vereinsthätigkeit zuletzt die Aufforderung, für den Central- Verein zu wirken und zu werben, damit derselbe nicht nur 30 000, sondern alle deutschen Juden umfasse. Wenn die gesammte deutsche Judenheit hinter ihm stehe, werde der Vereinsvorstand bei den Staatsbehörden ganz andere Erfolge als jetzt erzielen. Dazu beizutragen, sei Pflicht jedes Glaubensgenossen, der das Herz auf dem rechten Fleck habe. — Bei der Diskussion meldete sich zum Wort Herr Apotheker Löwen st ein, welcher angesichts der aus dem Zionismus erwachsenden Gefahren die Anberaumung einer Versammlung behufs Stellungnahme des Central - Vereins angab. Dies lehnte aber Herr Dr. Horwitz auf Grund früherer Vorstandsbeschlüsse mit dem Bemerken ab, daß der Central-Vereins-Vorstand schon früher wiederholt in Wort und Schrift seinen auch schon Durch den Namen „deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens" gekennzeichneten Gegensatz zur Zionisten-Bewegung so klar und deutlich dargelegt habe, daß eine zu diesem Zwecke veranstaltete Zusammenkunft kaum Zuspruch finden würde. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Im gothischen Saale des Deutschen Hofs, Berlin 8., Luckauerstr. 15, hielten die in 8., 80. und 0. wohnhaften Mitglieder des Central-Vereins am 9. November d. I. eine von Herrn Di-, med. Jos. Lewy geleitete Vortrags- und Diskussions-Versammlung ab. Herr EugenRosen stiel, Vorsitzender des „Vereins für Arbeitsnachweis", betonte in einem Vortrag über „Arbeit — nicht Almosen" insbesondere die Nothwendigkeit, zahlreichen Glaubensgenossen, Die trotz Arbeitsfähigkeit und Tüchtigkeit existenzlos sind, lohnende Beschäftigung zu schaffen, damit sie nicht zu' Almosenempfängern Degradiert werden. Der Vortragende erörterte, weshalb die früher geschaffenen Vereinigungen für Arbeitsnachweis nur für eine ganz verschwindende Zahl jüdischer Arbeitslosen Sorge tragen können, und die Bnay-Krith-Logen eine sehr fühlbare Lücke ausfüllten, als sie vor zwei Jahren das jetzt in der Klofterstr. 44 bestehende Arbeitsnachweis- Bureau begründeten. Von den etwa 2500 Stellensuchenden, die sich dort bereits im ersten Jahre meldeten, sind 661 Personen unterizebracht worden, und seitdem ist das Wirken des Nachweis-Vereins im beständigen Zunehmen begriffen. Im Ganzen wurde dabei die erfreuliche Wahrnehmung gemacht, daß kein anderer Arbeiter es dem jüdischen Arbeiter an Intelligenz und Ärbeitsfreudigkeit zuvor thut und daß viele durch Mißgeschick herabgekommene gebildete Juden sich vor Der niedrigsten Arbeit nicht scheuen, um nicht auf Almosen angewiesen zu sein. Selbstverständlich sind auch bei einzelnen schiffbrüchigen