Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (November 1897)
- Article
- Berlin
- Date
- 1897-11-01
- Page
- 561 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 561 hie Ablehnung als eine irrthümliche bezeichnet und um Erneuerung hes Gesuchs gebeten wird. — Wir bemerken hierzu, daß uns die betreffende Notiz fast wörtlich von einem angesehenen Mitglieds jenes Vereins selbst zugegangen war. In der von dem Oberstlieutenant Schnakenburg herausgegebenen militärischen Zeitschrift „Jahrbücher für die deutsche Armee und Marine" ist das von dem Comits zur Abwehr antisemitischer Angriffe herausgegebene Werk „Die Juden als Soldaten" in eingehender Weise besprochen worden. Die betreffende Rezension enthält alle wesentlichen Daten, insbesondere die Zahlen der Juden, welche die Feldzüge mitgemacht haben, diejenigen der Todten und Verwundeten, endlich die Ziffer der von Juden erworbenen Eisernen Kreuze und schließt mit den Worten: „Diese Zahlen stellen der militärischen Brauchbarkeit und dem guten Verfallen der jüdischen Soldaten vor dem Feinde ein allerdings glänzendes Zeugniß aus." Am I. November d. I. feierte Professor Dr. H. Steint h a l den Tag, an dem er vor 50 Jahren in Tübingen zum Dr. phil. Promoviert wurde. Zwei Jahre nach seiner Promotion habilitierte er sich an der Berliner Universitär, deren Lehrkörper er bis heute ununterbrochen angehört hat. Professor Steinthal hat nicht nur in seiner lehramtlichen Wirksamkeit, sondern auch auf literarischem Gebiet -reiche Anerkennung gefunden. Von seinen zahlreichen Schriften ist die bekannteste die 1851 erschienene Schrift „Ueber den Ursprung der Sprache im Zusammenhang mit den letzten Fragen alles Wiffens". Im Namen der Berliner Universität beglückwünschte der Rektor Professor Schneller den Jubilar. Die philosophische Fakultät hatte eine Abordnung entsandt, bestehend aus dem Dekan Geheimen Rath Keku!^ von Stradonitz und den Professoren Weinhold, Dilthey, Tobler, Albrecht Weber und Johannes Schmidt. Wie der „Corr. für Kunst und Wissensch." meldet, hat der Kaiser dem Jubilar den Kronenorden 3. Klasse mit der Zahl „50" verliehen. Am 27. Oktober d. I. verstarb hier im hohen Lebensalters der um die V e r b r e i t u n g des Handwerks unter den Juden wohlverdiente Malermeister Michael Jacob, welcher drei Decennien hindurch bei der hiesigen „Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheitsfällen" das Amt eines Krankenversorgers auf das Gewissenhafteste versah und deshalb im worigen Jahre an seinem achtzigsten Geburtstage zum immerwährenden 'Ehrenmitglieds des genannten Vereins ernannt wurde. Am Abend des 5. d. M. verschied der Vorsitzende des Vorstands 37