Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (November 1897)
- Article
- Berlin
- Date
- 1897-11-01
- Page
- 560 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316624-2316635-2321366--03210-2321471- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
560 3m deutschen Reich. schaft, von statistischen, wirthschaftlichen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten betrachtet. An diesen beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich die Berathung verschiedener Anträge, von welchen die beiden ersten in folgender Fassung Annahme fanden: „1. Die aus allen Theilen Deutschlands in Berlin am 24. Oktober 1897 zusammengetretene Konferenz spricht ihre Ueberzeugung dahin aus, daß die zahlreichere Beteiligung deutscher Israeliten an der heimischen Landwirthschast mit allen zu Gebote stehenden Kräften erstrebt werden muß. II. Die Konferenz will zu diesem Zwecke, um die Erziehung der Jugend zur Bodenbewirthschaftung und den sonstigen ländlichen Gewerben zu fördern, 1. für die kräftige Unterstützung und Hebung der Israelitischen ErziehungS-Anst a l t in Ahlem e i n tr e t e n; 2. die Errichtung von Schulgärten bei allen israelitischen Knaben- und Mädchen-Schulen herbeizuführen suchen; 3. die Lehrer veranlassen, in den Sommerferien Gartenbaukurse zu absolviren; 4. auf die Einführung obligatorischen Unterrichts in Obst-, Gemüse- und Blumen-Pflege in allen israelitischen Lehrer-Seminaren Deutschlands hinwirken." — Um in zweckmäßiger Weise in der Gegenwart bereits die Vermehrung der Seßhaftigkeit auf dem Lande einzuleiten, sind die erforderlichen Ermittelungen anzustellen, insbesondere über die Erfahrungen jüdischer Landwirthe und die Möglichkeit, jüdische Arbeitskräfte bei ihnen einzustellen. Schließlich einigte man sich dahin, einen „Verein zur Beförderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" zu begründen. Mit der Aufgabe, diesen Verein in das Leben zu rufen und vorläusig zu leiten und mit dem Rechte der Kooptation wurden folgende Herren betraut: Gustav Tuch in Hamburg, Rechtsanwalt Heinemann und Konsul A. M. Simon in Hannover, Rabbiner Di'. Plaut in Frankfurt a. M., Alphons Jacobson in Leipzig, Oberamtmann Cohn, Rechtsanwalt Dr. M. Horwitz und Eugen Rosenstiel in Berlin. Im vorigen Heft dieser Zeitschrift befindet sich auf S. 509 ff. eine Notiz, welche den Vorstand des Militär-Vereins „Deutsches Vaterland" veranlaßt, uns um nachstehende Berichtigung zu ersuchen: 1. Es ist nicht richtig, daß unser Aufnahmegesuch von dem Deutschen Kriegerbund abgelehnt ist; vielmehr ist dies nur von einer Abtheilung desselben, dem I. Bezirk, geschehen. Dem Vorstand des Deutschen Kriegerbundes hat unser Antrag überhaupt noch nicht Vorgelegen. 2. Es ist nicht richtig, daß unser Verein beschlossen hat, gegen den Bescheid des I. 'Bezirks keine Beschwerde zu erheben. 3. Es ist nicht richtig, daß seitens des Deutschen Kriegerbundes oder irgend einer anderen Vereinigung uns ein Schreiben zugegangen ist, in welchem