Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (November 1897)
- Article
- Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses
- Date
- 1897-11-01
- Page
- 536 (sequence 3)
- Language
- German
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536 deutschen Reich. sein Einfluß den größten Antheil an dem Zustandekommen diese» großen nationalen Werke» hatte, das nunmehr den einzelnen Landtagen der norddeutschen Staaten vorgelegt wurde. Im preußischen Landtage, der zu diesem Zwecke zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenberufen wurde, war es wiederumLasker, der am 8. Mai dieGenehmigung mittelst eines großartigen Plaidoyers beantragte, in welchem er offen auf die vorhandenen Mängel hinwies und dann hinzufügte: „Ich selbst habe zu denjenigen Mitgliedern des Reichstages gehört, die für viele Bestimmungen auf das eifrigste eingetreten find, die leider nicht die Majorität des Hauses erlangten; ich habe zu denjenigen gehört, die auf sogenannte Kabinetsfragen keine Rücksicht genommen. Aber jetzt muß mit Thatsach en gerechnet werden, auch mit der bestimmten Mehrheit, wir müssen jetzt etwas zu Stande bringen. Die Zukunft gehört uns doch, die Zukunft wird uns Gerechtigkeit widerfahren lassen. Auch das gereicht der Verfassung zur Empfehlung, daß eine so überwiegende Majorität und in dieser so viele liberale Männer sich ihr anschließen und ihr damit den Stempel der Weihe aufdrücken konnten." Die norddeutsche Bundes- und Reichsverfassung wurd e in dem preußischen Landtage genehmigt. Sie enthielt bei mancherle i Mängeln doch eine ausgedehnte Reihe von Rechten und Vortheilen für das Parlament, wie sie die preußische Verfassung niemals zuließ. Lasker, der das größte Verdienst an ihrem Zustandekommen hatte, fand aber keine Zustimmung in seinem Wahlkreise und durfte in diesem auf eine Wiederwahl nicht rechnen. Und doch war Lasker, wie das Programm der nationalliberalen Partei und zumeist er persönlich es immer wieder aussprah, in seinem parlamentarischen Handeln einzig von dem Gedanken geleitet, die Erreichung von Vortheilen nicht in's Ungewisse zu verschieben, und die Möglichkeit eines positiven Schaffens am Webstuhl der Politik herbeizuführen, während er in jedem gegebenen Falle mit größter Energie gegen Uebergriffe seitens der Regierung einschritt! Diesem leitenden Gedanken blieb Lasker trotz aller trüben Erfahrungen unbeirrt treu. Er entwickelte diese Grundsätze auch in seiner Kandidatenrede in Meiningen, und ward dort zum Abgeordneten des ersten gesetzgebenden norddeutschen Reichst« ges gewählt, der am 10. September eröffnet wurde. „Nicht der Ort ehrt den Mann, sondern dieser den Ort und