Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1897)
- Article
- Der Baseler Zionisten-Kongress
- Date
- 1897-10-01
- Page
- 482 (sequence 7)
- Language
- German
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482 3m deutschen Reich. einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Zur Erreichung dieses Zieles nimmt der Kongreß/folgende-Mittel,in Aussicht. 1. Die zweckdienliche Förderung.der Besiedelung Palästinas mit jüdischen Ackerbauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden. 2. Die Gliederung und Zusammenfassung der gesammten Judenschaft durch geeignete örtliche und allgemeine Veranstaltungen nach den Landesgesetzen. 3. Die Stärkung des jüdischen Volksgefühls und Volksbewußtseins. 4. Vorbereitende Schritte zur Erlangung der Regierungszustimmungen, die nöthig sind, um das Ziel des Zionismus zu erreichen. Was die Organisation betrifft, so beschloß die Versammlung, daß der alljährlich stattfindende Kongreß als höchstes Exekutiv- Organ einen Ausschuß von 23 Mitgliedern zu wählen habe, die auf die verschiedenen Länder vertheilt werden. Der Hauptsitz des Ausschusses ist Wien. Die Wahl des ersten Ausschusses fand sogleich statt. Fragt man nun nach den Endergebnissen des Kongresses, so zeigt es sich, daß es hier dem Zionismus ergangen ist, wie es eben jungen radikalen Bewegungen meistens zu ergehen pflegt. In seiner Kritik der bestehenden Verhältniffe ist der Zionismus kaum zu widerlegen, wie aber seine Ziele zu erreichen sind, darüber hat uns der Kongreß noch nicht belehrt. Gleichviel, seine moralische Wirkung war unleugbar eine bedeutende. Ein Vorfall in der Schlußsitzung bewies es auf's Klarste: Der Baseler orthodoxe Rabbiner vr. Cohen erklärte öffentlich, daß er zwar als Gegner des Zionismus hergekommen, daß er aber von dem, was er gehört und gesehen, auf's Tiefste ergriffen sei. Der Zionismus sei eine Bewegung, deren Tragweite er und seine Kollegen entschieden unterschätzt hätten, und es wären wohl Verhältnisse denkbar, unter denen die Orthodoxen mit den Zionisten Hand in Hand gehen könnten. Ueberhaupt nahm die Baseler Bevölkerung den lebhaftesten Antheil an dem Kongreß; so hat unter Anderen auch der Regierungspräsident den Verhandlungen beigewohnt. Wenn den Zionisten daran lag, mit ihrem ersten Kongreß eine Demonstration zu veranstalten, so ist ihre Absicht gelungen." Dem vorstehenden Bericht ließ die „Köln. Ztg." eine Benrtheilung der zionistischen Bestrebungen folgen, die ihr von einem jüdischen Rechtsgelehrten zugegangen war: