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Im deutschen Reich · 1897-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1897) · p. 374

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1897)
Article
Umschau
Date
1897-07-01
Page
374 (sequence 5)
Language
German
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874 3*n deutschen Reich. strebungerr mit dem Deutschthum hat bisher in Böhmen und Mähren nur daS Czechenthum und auch in Wien das slavische Regiment gefördert. UebrigenS scheint die österreichische Negierung nicht gewillt, die Einmischung des antisemitischen deutschen Reichstagsabg. Zimmer mann zu dulden. Als derselbe am 27. Juni in Bodenbach den Schnellzug besteigen wollte, um an der deutsch - österreichischen Versammlung in Aussig Lheilzunehmen, wurde ihm eröffnet, daß er die Reise nicht fortsetzen dürfe und bald 'darauf das folgende „Ausweisungserkenntniß" mitgetheilt: „Im Hinblick auf Ihre Theilnahme bei der am 2. Mai 1897 in Reichenberg abgehaltenen deutsch-nationalen Parteitage, wobei Sie als Redner ausgetreten sind, Maßregeln der österreichischen Regierung einer abfälligen Kritik unterzogen und hierdurch nicht nur das Ga st recht verletzt, sondern auch die Ruhe und Ordnung gefährdet haben, finde ich. Sie im Grunde des § 2 des Gesetzes vom 27. Juli 1871 R. G. Bl. St. 88, aus dem ganzen Königreiche Böhmen abzuschaffen und Ihnen zugleich unter Hinweis auf die im § 323 des Strafgesetzes festzusetzenden Straffolgen zu untersagen, den Boden des Königreichs Böhmen binnen Jahresfrist wieder zu betreten. Dieses Erkenntniß hat sofort in Vollzug zu treten. K. K. Bezirkshauptmannschaft in Tetschen." Vom deutschen Standpunkte aus kann man sich mit dieser kleinlichen Maßregelung eines deutschen Reichstagsabgeordneten nicht befreunden, so wenig der die deutschen Juden Oesterreichs befehdende Abg. Zimmermann berufen scheint, das deutsche Element in bem Nachbarstaats zu vertreten. Die katholische „Germania" billigte das Vorgehen des Tetschener Bezirkshauptmanns mit den Worten: „Das Erkenntniß kaün in keiner Weise befremden. Wenn nach Oberschlesien ein „großpolnischer" Agitator aus Galizien kommen und dort „grohpolnische" Propaganda treiben wollte, würde er beispielsweise von der Negierung auch schleunigst auf den Schub gebracht werden." Das Organ der sächsischen Konservativen „Vaterland" erklärte, das Vorgehen der österreichischen Negierung „erwecke lediglich das Bedauern, daß die Ausweisung nicht auch in Sachsen verfügt werden kann." Uebrigens wird die Kampfesweise der beiden Hauptagitatoren der deutsch-sozialen Reformpartei, Liebermann v. Sonnenberg und Zimmermann, jetzt auch in Preußen von solchen Männern scharf getadelt, welche früher zu ihren entschiedenen Anhängern gehörten, oder doch bereit waren, ihre Bestrebungen zu fördern. Bezeichnend dafür ist eine Aeußerung der „Nordd. Allg. Ztg." über das Nachspiel zur Reichstagswahl in Königsberg i. Pr.: „Bei der Reichstagswahl ist in Königsberg zum ersten Male der Antisemitismus in die Wahlbewegung

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