Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1897)
- Article
- Gabriel Riesser
- Date
- 1897-05-01
- Page
- 249 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316624-2316630-2320444--02494-2320542- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Gabriel Rieffer. 249 iaterlandssreundes sein, zu diesem Ziele auch Mit Aufopferuug es politischen Stolzes und mancher Lieblingsmeinung nach Kräften ntzuwirken". Ins Frankfurter Parlamentsalbum trug Rieffer folgende, benso von Entsagungsschmerz als von männlicher Zuversicht rügende Worte ein: „Was der Sturm des Augenblicks den Uneduldigen zu verheißen schien, aber zu gewähren nicht vermochte, as wollen wir in treuer, schwerer, beharrlicher Arbeit der Zeit bringen?) Im Jahre 1850 ward Rieffer von seiner Vaterstadt Hamurg in das Erfurter Parlament zur Berathung der von Preußen wrgelegten abgeänderten Reichsverfaffung gewählt. Auch hier ge- ,örte er dem Verfaffungsausschuß an. „Es wird" — erklärte er im 15. April 1850 in diesem Parlament 8) — „Preußen vieleicht möglich sein, die Sympathien der Männer der Freiheit außer-;alb Preußens zu verscherzen, aber die Sympathien der Männer >es Absolutismus wird es darum doch niemals gewinnen. Sie iverden allerdings zu Preußen stehen, so lange es sich darum handelt. Den letzten Funken der Freiheit in Deutschland zu ersticken und äußerste Trauer in Aller Herzen zu senken, welche die Freiheit lieben; aber das Reich der Macht und des Lichts, die Erbschaft Friedrichs des Großen und der Befreiungskriege — die werden sie niemals erhalten, pflegen und fördern helfen. Die Geltung und den Einstuß Preußens in Deutschland wird jene Partei immer bekämpfen, und Preußen wird den Bundesstaat, in welcher Form es auch sein möge, an dessen Spitze es stehen soll, niemals gründen können, als wenn es die Hülfe der Männer, die die verfaffungsmüßige Freiheit in Deutschland mit aller Kraft wollen, zu bewahren weiß. Eö giebt eine Partei in Deutschland, die seit 30 Jahren niemals geherrscht hat und die niemals geschlagen worden, weil man ihren Weg noch niemals gegangen ist, weil man ihren Rath niemals befolgt hat. Es ist aber die Partei, die nach dem Hardenberg'schen Worte die Früchte der Freiheit auf friedlichem Wege hat pflücken wollen, deren Begehren man vor der Bewegung des . Jahres 1648 höhnend zurückgcwiesen hat und deren Meinung noch jetzt darüber seststeht, daß, wenn man fi) Wi chm arm, Denkwürdigkeiten auS der Paulükirche S. 528. 3) Messer, Ges. Schriften Bd. IV, S. 021 ss.