Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 4 (April 1897)
- Article
- Gabriel Riesser
- Date
- 1897-04-01
- Page
- 201 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Gabriel Rieffer. 201 Versammlung und der Beamten der Centralgewalt. Rieffer unterstützte ihn (7. Oktober 1848) gegen die Angriffe der Linken in ergreifender Rede°). „Diejenigen unter uns" — rief er — „die da hofften, daß unser Vaterland, glücklicher als andere Länder Europas, dem Ziele der Freiheit im steten Fortschritt, unbefleckt durch Verbrechen, und darum auch ungestört durch hemmende Rückwirkungen, entgegen gehen würde, sie sind durch die letzten Ereignisse schmerzlich enttäuscht worden, und wir können uns nicht verhehlen, daß das gegenwärtige Gesetz, indem es sich gegen die Wiederholung solcher Ereigniffe richtet, dieser Enttäuschung das Siegel aufdrückt. Die Jugendblüthe unserer Freiheit, der Jugendtraum ihrer raschen und reinen Vollendung, ihrer ungetrübten Durchführung ist dahin; wir können es uns nicht verhehlen, sie ist in das reife Mannesaller getreten, dem auch Entsagung zugemuthet, dem das Opfer des Liebsten selbst auferlegt werden kann, um dadurch das Ganze, das Höchste zu retten." Rieffer schildert die veranlassenden Vorgänge: Abgeordnete wurden von Volksmassen wegen ihrer Abstimmung für den Waffenstillstand von Malmö geschmäht. „Ein ehrwürdiger Greis in unserer Mitte (Jahn), dessen Name einem großen Theil der deutschen Jugend noch heute theuer ist, ist verfolgt und bedroht worden auf die unwürdigste Weise. — Ich gehe über den Barrikadenkampf hinweg und wende mich ungern zu den unerhörten Verbrechen, die gegen zwei Mitglieder der Nationalversammlung zur Schmach unseres Vaterlandes verübt worden sind, gegen einen Mann (Lichnowskp), dem auch seine Gegner Geist und Muth nicht absprechen werden und von dem ich als unverdächtiger Zeuge, da ich seine politischen Gesinnungen nicht theile, bekennen muß, daß er nach meiner Ueberzeugung auf dieser Tribüne niemals herber verletzt hat, als er verletzt worden ist, ja daß er häusig seine Gegner durch Mäßigung beschämt hat. — Ich bekenne, meine Herren, ich sürchte den Tod nicht, aber ich fürchte das Verbrechen. Ich fürchte es nicht um seiner Opfer willen allein, sondern ebensowohl um seiner Urheber und Werkzeuge, um des Vaterlandes willen, dessen Ehre es untergräbt, dessen Freiheit und Zukunst es gefährdet. — Deutschland wird durch eine blutige Herrschaft unter dem Vorü) A. a. O. Band IV, S. 4Uff.