Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 3 (März 1897)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1897-03-01
- Page
- 180 (sequence 5)
- Language
- German
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180 Im deutschen Reich. AhlwardL durch den sogenannten „berechtigten Antisemitismus" ganz verdrängt werden sollte, denn nun gelte es zu beweisen, daß der Antisemitismus in keinerlei Form berechtigt, sondern völlig unvereinbar sei mit Humanität und Gesittung. Auf die Frage, was zu thun sei, um den Gefahren des - Antisemitismus zu begegnen, taute die Antwort: Einkehr durch strenge Selbstprüfung und Streben nach sittlicher Vervollkommnung des Einzelnen wie der Gesammtheit; unverzagte, mannhafte Abwehr gehässiger Angriffe und böswilliger Verleumdungen. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages widerlegt« der Redner die von den antisemitischen Agitatoren am häufigster verbreiteten Unwahrheiten, den angeblichen größeren Antheil de Juden an Verbrechen, die angebliche Abneigung der Juden gegen dl produktive Arbeit u. s. w. Wären die deutschen Juden nicht von dem Central-Verein angeregt worden, -solchen Gegnern gegenüber den Standpunkt des „Iai38er aller, laisLer faire" zu verlassen, dann würden die unwiderlegten Verleumdungen schließlich mehr und mehr Glauben gefunden und die Zahl der Vorurtheilslosen sich ganz erheblich verringert haben. Jetzt aber, wo sich das Streben kundgebe, die Lügengewebe zu zerreißen, das deutsche Volk auf das schwere Unrecht der antisemitischen Bewegung zu verweisen, sei die Hoffnung berechtigt, daß es durch Kampf und Arbeit gelingen werde, der Aufklärung und der Humanität den Sieg zu verschaffen. Der Vorsitzende drückte dem Redner für den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag noch besonderen Dank aus und eröffnete dann die Diskussion. Nachdem Herr Apotheker Löwenstein einen einzelnen Passus des Vortrages und das Verfahren der Rechtsschutz-Kommission in einer „Groben Unfug" betreffenden Angelegenheit bemängelt hatte, vertrat Herr Dr. meä. Pariser in längerer mit Beifall aufgenommener Rede den Standpunkt des Vorstandes. An der Debatte, welche theils die in dem Vortrage berührten Erwerbsverhältnisse der Juden im Mittelalter, theils die Aufgaben des Central-Vereins betraf und sich in anregendster Weise bis nach 11 Uhr fortspann, betheiligten sich außerdem die Herren Olschki, Klausner, Gerichtsaffessor Dr. Lewinsohn, Wohlberg und Dr. Blaschke. In dem Schlußwort betonte Herr Dr. med. Jos. Lewy, daß die Diskussion trotz abweichender Anschauungen im Einzelnen doch eine erfreuliche Uebereinstimmung sämmtlicher Redner in der Ueberzeugung bekundet habe, daß die Thätigkeit des Central-Vereins einem Bedürfniß der Zeit entspreche. A. L. Von Herrn Professor d. Theol. Dr. Hermann L. Strack geht uns Folgendes mit dem Ersuchen um Veröffentlichung zu: