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Im deutschen Reich · 1897-03-01 · Heft 3 (März 1897) · p. 158

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 3 (März 1897)
Article
Umschau
Date
1897-03-01
Page
158 (sequence 4)
Language
German
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158 Im deutschen Reich. Die „Konservative Korrespondenz" trat allerdings dieser viel verbreiteten Annahme entgegen und erklärte: „Etwaige Treibereien von antisemitischer Seite, um einen parteipolitischen Einfluß auf die Bundesvertretung zu gewinnen, werden an führenden Stellen des Bundes um so weniger Eindruck machen, als in der Bundes-Korrespondenz erst ganz neuerdings erklärt worden ist, der Bund müsse neutral bleiben; denn wenn er sich einer Partei ganz hingeben würde, so würden die Angehörigen aller anderen Parteien zu Zehntausenden aus dem Bunde austreten." Vielleicht im Hinblick auf diese Stimmung in gewissen konservativen Kreisen hat Freiherr von Langen in einem am 16. Februar d. I. an die „Post" gerichteten Schreiben sich gegen die Wiedergabe einer von ihm gehaltenen Rede verwahrt, welche den Anschein erweckte, als entsprächen seine Ansichten denjenigen der Antisemiten. Er habe in seinem Vorträge vielmehr ausgesührt, „daß er weder a u f a n t i s e m i t i s ch e m noch auf ch r i,st - lich-sozialem Boden stände und den Einfluß jener Elemente, die am lautesten „Juden raus!" zu rufen pflegten für den allergefährlichsten für unser Volksleben halte!" Dieser Erklärung gegenüber erinnerten die „Deutsch-sozialen Blätter" daran, daß von Laugen der einzige Abgeordnete war, welcher bei der Einweihung des Nord- Ostsee-Kanals mit Ahlwardt freundschaftlich umging, außerdem selber öfters erzählte, daß Ahlwardt ihn 50 000 Mark gekostet habe. Leichter werde es ihm fallen, die Verantwortung für die unter seinem Ramen erschienene Broschüre „Die talmudischen Gesammtgesetze" abzulehnen, da diese Schrift von Karl Paasch stamme. Auf den Grund der Langen'schen Erklärung deutet die Bemerkung der „Tägl. Rundschau": „Wir bedauern, daß immer wieder durch die konservativen Parteiführer selbst der Anschein erweckt wird, als sei ihnen das Tivoli-Programm eine' sch w.e re La st." — Als solche werden dieses antisemitische Programm schließlich Alle betrachten lernen, die wahrhaft staatserhaltend wirken wollen! An der Ueberzeugung der meisten Mitglieder der rechtsstehenden Parteien des Reichstages, daß es hohe Zeit sei, die „Last des antisemitischen Tivoli-Programms" abzuschütteln, ist das sonderbare Parteiprodukt des bekannten Dr. Friedrich Lange, -das sogenannte „Deutsch-Kartell", kläglich gescheitert. In seinem Referat vor einer von 356 Personen besuchten Versammlung empfahl er den losen Zusammenschluß der Deutsch- und Freikonservativen und Nationalliberalen mit dem Bund der Landwirthe und der deutsch-sozialen Reformpartei aus nationalem Boden. Er behauptete, daß das Kartell nur eine Einigung in der Bekämpf u n g alles Undeutschen

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