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Im deutschen Reich · 1897-02-01 · Heft 2 (Februar 1897) · p. 115

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 2 (Februar 1897)
Article
Vereinsnachrichten
Date
1897-02-01
Page
115 (sequence 7)
Language
German
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veremsnachrichien. 11 Mitgliedern gehörte, widerlegte sodann die Behauptung, daß er Herrn Conrad Schayer zu einem Antrag auf akklamative Wiederwahl, beeinflussen wollte; er habe Herrn Schayer nur geftagt, ob er für eine Akklamationswahl sei? Nun erklärte Herr Or. H i l d e 8 h e i m e r, eS erscheine ihm als das Böseste, was Vereinsgenoflen thun könnten, sich die seltenen Zusammenkünfte des Vereins durch kleine Zetteleien zu verleiden und durch Gepflogenheiten politischer Versammlungen die nothwendige gemeinsame Arbeit zu verhindern. Durch solche tatsächlichen Kindereien würden wieder Zweifel daran wach gerufen, ob die Abwchrangelegenheit zur öffentlichen Diskutirung reif sei. Kleine Differenzen sollte man doch niemals zu einer Haupt- und Staatsaktion aufbauschen und an die breite Oeffentlichkeit bringen. In Bezug auf die Debatten der letzten Versammlung möchte er daran erinnern, daß man selbst Toleranz üben müsse, wenn man dieselbe fordere. Als die Ehre des Judenthums geschmäht wurde und fast alle Andern schwiegen, habe Profesior Dr. Strack gesprochen und für die Wahrheit und Menschenliebe große Opfer gebracht. Als Profesior der Theologie an der Berliner Universität durste er aber auch nicht schweigen, als von dem Vortragenden Vergleiche zwischen dem Christenthum und dem Judenthum gezogen wurden. Wenn dabei der alte Gelehrtenstreit berührt wurde, welche Religion zuerst die allgemeine Menschenliebe gelehrt hat, so war dies für uns Juden unbedenklich, denn für uns ist in dieser Sache kein Zweifel zulässig. Wenn demgegenüber ein christlicher Theolog für sein dogmatisches Christenthum eintritt, so Lhut er nur, was ihm Amt und Pflicht gebieten. Wollte Gott, kein Christ hätte uns Böseres gesagt! Den jüdischen Standpunkt demgegenüber zu vertreten, waren die berufenen Redner wohl in der vorgerückten Stunde zu erschöpft; die Hörer waren es nach einer unerquicklichen Debatte ebenfalls. Aus ähnlichen Gründen unterblieb eine Widerlegung des in verba magistri schwörenden Kandidaten, der übrigens offenbar die Absicht hatte. Freundliches zu sagen. Der Redner mahnte am Schluß nochmals, sich auf die Abwehr nach außen zu beschränken und Alles zu vermeiden, was die Schaffensfreudigkeit der Central-Vereins-Mitglieder beeinträchtige. Herr Klausner bestritt, daß irgend Jemand Herrn Profesior Dr. Strack angegriffen habe; wenn derselbe nicht von dem Vorstände eingeladen worden, so sei gegen letzteren kein Vorwurf zu erheben. Bezüglich der Wahl sei aber zu rügen, daß dieselbe während der Diskussion vorgenommen wurde. Wenn nur die Anschauungen der Mehrheit zur Geltung kommen sollten, brauchte man die Minorität 8

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