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Im deutschen Reich · 1897-01-01 · Heft 1 (Januar 1897) · p. 40

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (Januar 1897)
Article
Umschau
Date
1897-01-01
Page
40 (sequence 3)
Language
German
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40 )m deutschen Reich. jüdischer Redner und Zeitschriften, um nachzuweisen, daß die Socialreform von den Juden nichts zu erwarten habe. In einer christlichsozialen Versammlung, die in Berlin stattfand, sprach der Redakteur Stein über „national-soziale Juden" und wagte dabei zu behaupten: „Aufrichtige Juden gestehen selbst zu, daß das Judenthum entweder jüdisch-national oder international sei. Die wenigen Idealisten unter ihnen, die deutsch-national zu sein glauben, täuschen sich wohl auch manchmal über sich selbst. Angesichts dieser Thatsachen müsse man die Leute, die den Juden durchaus deutsches Nationalgefühl, deutschen Nationalsinn aufdringen wollen, als sonderbare Schwärmer bezeichnen." — Daß die Zahl dieser Schwärmer in erfreulichem Wachsen begriffen ist, darf als eine Thatsache erachtet werden, mit der man zu rechnen beginnt. Ob der national-soziale Verein auf die Gefahr hin, daß einzelne Mitglieder zu den Stöcker'schen Reihen zurückkehren, dem Pfarrer Naumann zustimmen wird, sollte aber jedenfalls abgewartet werden, ehe noch mehr Israeliten ihre Mitarbeit anbieten. Die deutschen Juden haben allen Grund, jeder politischen Partei gegenüber das Wort des Neallehrers Marx sich anzueignen: „Ich bin zu bescheiden, um mich zu irgend einer Vereinigung heranzudrängen, und zu stolz, um mich mit halb mitleidiger Duldung zu begnügen." Wo man ihrer zur bestimmten patriotischen und humanen T h a t bedarf, mag man sie rufen — dann soll und wird es an der israelitischen Mitarbeit n i e m a l s f e h l e n! Die hervorragende Betheiligung einzelner Juden an dem politischen Parteiwesen erregt nur zu leicht den Jrrthum, als ob die Juden als solche sämmtlich derselben politischen Gesinnung huldigen müßten, während die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens sich nur zur Vertheidigung ihrer staatsbürgerlichen Rechte, ihrer Anrechte auf ihre deutsche Heimath und ihrer Religion und religiösen Einrichtung zusammensinden, während sie in politischen Fragen den allerverschiedensten Ansichten huldigen. Die vollständige Unwahrheit der antisemitischen Behauptung, daß „Judenthum und Sozialdemokratie" r-erbrüdert seien, hat der sozialdemokratische Kommentar zu dem „Exodus der Produkten-Börsenmänner" greifbar bewiesen. Im „Vorwärts" war am L Januar unter der Ueberschrift: „Der Auszug der Kinder Israel. Exodus 12, Vers 35 — 38" eine Parodie dieser Bibelstelle zu lesen, die jedes agrarisch-antisemitischen Blattes würdig gewesen wäre. Daß diese Tonart nicht nur von einem einzelnen sozialdemokratischen Organ angestimmt worden ist, beweist eine Auslassung des Auer'schen Blattes, des „Hamburger

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