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Im deutschen Reich · 1897-01-01 · Heft 1 (Januar 1897) · p. 31

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (Januar 1897)
Article
Die Judengeld-Sammler-Verleumdung
Date
1897-01-01
Page
31 (sequence 6)
Language
German
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Die Iudengeld-Sammler-Verleumdung. 31 Herrscherhaus bewirft er mit Koth; fein Christenthum ist ein Deckmantel für schändlichste BerleumdungSsucht und fanatische Hetzsucht". Der Zeuge äußerte sich dann im Einzelne« über die von dem Angeklagten Schwennhagen gestellten Beweisanträge. Im Verlaufe der Vernehmung wurden dieselben zurückgezogen. ES ging aus dieser Vernehmung klar hervor, daß Alles das, was bewiesen werden sollte, aus Unwahrheit, Trug und Entstellung beruhte. Oberstaatsanwalt Drescher sagte in seinem Plaidoyer: Der zur Anklage stehende Artikel laste schon in seiner Ueberschrift ganz deutlich auf die Absicht der Beleidigung schließen. Der Artikel habe seine Spitze gegen die höchsten Personen, selbst gegen Se. Majestät den Kaiser gerichtet. Dem Sinne nach verfolge der Artikel denselben Zweck, wie ein anderer, wegen desten der Angeklagte Sedlatzek bereits eine Strafe wegm Majestätsbeleidigung sich zugezogen habe. Frivol sei es, in alle von dem Angeklagten behaupteten Dinge die Person des Kaisers hineinzuziehen. Man spreche von einer „weiblichen Nebenregierung", ein Vorwurf, der von jeher in der antisemitischen Partei gang und gebe gewesen sei. Dieses Phantom der Nebenregierung sei zuerst in der pöbelhaftesten Weise von dem bekannten Paasch behauptet und von der ganzen antisemitischen Partei bejubelt worden. Das könne dieselbe nicht von ihren Rockschößen abschütteln. Und da wolle man noch von Patriotismus sprechen? Bezeichnend für gewisse Vertreter der Presse sei die Art, wie sie zuerst ein Zugeständniß machen und, wenn die Sache ernst werde, mit allerhand Ausreden feige den Rückzug antreten. Der Inhalt ves Artikels sei beleidigend durch eine vom Anfang bis zum Ende zehende Entstellung, Verdrehung und hart an bewußter Verleumdung vorbeistreifende frivole Verdächtigung. Der Angeklagte Schwennhagen sei ein Mann von außerordentlich unklarer und lerworrener Phantasie, der schließlich selber an den Unsinn glaube, >en er behaupte. Beleidigend sei schon die Ueberschrift des lrtikels, denn in dem Ausdruck „Judengeldsammler" sei der Vorourf enthalten, daß Freiherr von Mirbach Geld angenommen habe, n dem ein Makel hafte. Was die übrigen Punkte anlange, so msse man sagen: So viel Worte, so viel Unwahrheiten! Die!erson des Kaiserswerde mit Schmutz beworfen; Bestrebungen delster Menschlichkeit würden mit unverantwortlicher Frivolität in

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