Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1897)
- Article
- Die Judengeld-Sammler-Verleumdung
- Date
- 1897-01-01
- Page
- 30 (sequence 5)
- Language
- German
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so Im deutschen Reich. Weise entstellt, um die Welt zu täuschen und Verleumdungen gegen ihn, der von jener Versammlung überhaupt keine Kmntniß gehabt, auszusprengen. Eine freche unwahre Verdächtigung sei weiter die Geschichte von seiner Vermittlerschaft zwischen Börse und Hof, von dem Missionskränzchen jüdischer Damen unter seiner Leitung. Der Artikelschreiber scheue nicht vor der Infamie zurück, von einer weiblichen Nebenregierung zu sprechen; er gehe in seiner Frechheit so weit, selbst die Krone in diese lügenhaften Erdichtungen hineinzuziehen. Der Gipfel der Frechheit sei es aber, sogar den Fall Kotze und die Affaire Friedmann damit in Verbindung zu bringen. Mit so bösartiger Frivolität gingen nicht einmal die Anarchisten zu Werke. Das Missionskränzchen jüdischer Damen sei in Wirklichkeit der Verein „Frauenhilfe", zu dem 5000 evangelische Damen gehören, an dem die Kaiserin selbst lebhaften Antheil nehme, ein großartiges Werk humanitärer Menschenliebe, das der Verfaffer des Artikels mit seinem Geifer beschmutzt habe. Man scheue nicht einmal davor zurück, auf die elenden Verleumdungen, die ihm gelegentlich seiner Thätigkeit für die Errichtung der Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche geworden, zurückzugreifen; man suche ihm sogar den Vorwurf des fahrlässigen Falscheides zu machen; man spreche von „jüdischem" Kirchenbauschwindel, obwohl längst festgestellt sei, daß die gesammten Gelder von Christen aufgebracht seien, mit Ausnahme von 50 000 Mk., die von Juden und Katholiken gespendet wurden, und die man angenommen habe, weil es sich in diesem Falle nicht nur um ein kirchliches Bauwerk, sondern auch um ein Nationaldenkmal gehandelt habe. „Wenn die Juden, die übrigens wegen ihrer Humanität bekannt seien, sich von Werken humaner Art ausschlössen, würden sie beschimpft; betheiligten sie sich an solchen Werken, so würden sie ebenfalls beschimpft." Unwahr sei es, daß seine Standesgenoffen sich von ihm zurückgezogen hätten. Wenn die jüdische und die liberale Preffe nicht gegen ihn Verdächtungen und Verleumdungen gebracht habe, beweise diese nur, daß dieselbe mehr auf Anstand, Wahrheit und Recht halte, als die antisemitische Presse. Der Zeuge schloß mit den Worten: „Der „Generalanzeiger" trägt als Motto: „Vaterland, Monarchie, Christenthum." Sein Vaterland ist wüste Demagogie; Monarchie, Thron und