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Im deutschen Reich · 1897-01-01 · Heft 1 (Januar 1897) · p. 28

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (Januar 1897)
Article
Die Judengeld-Sammler-Verleumdung
Date
1897-01-01
Page
28 (sequence 3)
Language
German
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28 Im deutschen Reich. veröffentlicht hatte, war von Machenschaften „einer jüdischen Hofpartei* erzählt und berichtet worden, daß die Frauen einiger Geldjuden Einfluß auf die deutsche Politik auszuüben im Stande seien. Ferner wurde es in dem Artikel als Thatsache hingestellt, daß die Juden, u m S t ö ck e r zu beseitigen, Gelder für Kirchenbauten zusammengeschossen hätten. Unter dem Vorsitze des ehemaligen Reichsbankpräsidenten von Dechend sei eine Bleichröder-Versammlung abgehalten worden, und hier hätten die Bankjuden die Gelder zu Kirchenbauten gezeichnet. Der Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherr von Mirbach, habe es verstanden, die Kaiserin für jene Pläne zu interessiren; er sei seit jener Zeit der Vermittler zwischen der Börse und dem kaiserlichen Hofe gewesen. Unter der Oberleitung, des Freiherrn von Mirbach sei von den Gattinnen der Geldjuden ein Missionskränzchen gebildet worden, zu dem auch Hofdamen, und Ministerfrauen sich eingefunden hätten. Der Oberhofmeister habe sich sogar bemüht, die Kaiserin persönlich in dieses Kränzchen hineinzuziehen. Auf diese Weise sei eine Art weiblicher Nebenregierung entstanden; in diesem Kränzchen wisse man auch ganz genau, wie die Kotze-Briefe entstanden seien; es seien in jenem Kreise vielleicht auch die 200000 Mark gesammelt worden, aus denen man Fritz Friedmann die Handschrift der bekannten Erpresser-Broschüre abkaufen wollte. Der Artikel schließt mit den Worten: „Ob wohl Freiherr von Mirbach heute sich bewußt ist, welche Rolle er bei diesem Treiben spielen mußte? Leider müssen wir glauben, daß nicht einmal die kläglichen Vorgänge bei der Geldschaffung für die Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche einen tieferen Eindruck bei ihm hinterlassen haben. So ist es denn heute dahin gekommen, daß die Juden des „Kleinen Journals" und der demokratischen „Volkszeitung" eine Vertheidigung des Oberhofmeisters führen müssen, denn schon halten sich viele seiner adligen Standesgenossen von ihm fern." Der Mitangeklagte Sedlatzek behauptete in der Verhandlung, daß er zur Zeit des Erscheinens des Artikels mit seiner Uebersiedlung nach der Festung Weichselmünde beschäftigt und derartig mit Geschäften überhäuft gewesen sei, daß er sich um Einzelheiten der Redaktion nicht habe bekümmern können. Als ihm darauf vom Präsidenten der Wortlaut seiner kommissarischen Vernehmung vorgehalten wurde, in welcher er zugeftanden, den betreffenden Artikel

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