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Im deutschen Reich · 1897-01-01 · Heft 1 (Januar 1897) · p. 4

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (Januar 1897)
Article
Der Glaube Israels
Date
1897-01-01
Page
4 (sequence 4)
Language
German
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4 3m deutschen Reich. Religion überzugehen,von der wir wieHiob überZion,ausrufen können, die Kinder, die ich großgezogen und erhöhet, sie freveln wider mich. Deshalb, weil unser Herz, unser Innerstes sich empört gegen die zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit, mit der von Generation zu Generation unsere Vorfahren von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt den wilden Thieren gleich gehetzt wurden, ohne Mitleid, ohne Barmherzigkeit und Gnade, und das Alles, weil unsere Väter ihre Ueberzeugung nicht für ein Bekenntniß aufgeben wollten, das wenigstens in seiner damaligen Form ihnen widersinnig erscheinen mußte! Scheuen wir uns, die, die unserem Glauben angehören und welche die wieder auflebende Intoleranz der letzten, zwanzig Jahre mit neuem Grimm und blinder Wuth verfolgt, feige zu verlassen und, mit all den materiellen Vortheilen, die sie gewährt, uns zu retten in die Arme der seeligmachenden Kirche? Und selbst, das mag möglich sein und gerechtfertigt, selbst die Scheu, für feige und niedrig gehalten zu werden, dürfte uns nicht abhalten, unserem Glauben untreu zu werden, wenn nach eingehender Prüfung und reiflichster Ueberlegung wir mit ruhigem Gewisien den Eid leisten können, an das Evangelium, die Dreieinigkeit und alle Dogmen zu glauben. Und ich komme hier zu meinem eigentlichen Thema. Ich will, soweit meine schwachen Kräfte und Kenntnisse reichen, die Gründe angeben, die uns mit unabweisbarer Macht zwingen, festzuhalten an unserem Glauben, nicht nur, weil wir in ihm geboren sind, nicht nur, weil er der Glaube unseres Stammes ist und die Ueberzeugung unserer Väter war. Nein, weil die innere Wahrheit seiner Lehre, sein überwältigendes, historisches Zeugniß mit solcher Gewalt zu unserem Verstände und unserem Herzen sprechen, daß, wenn die entsetzlichen Schrecken vergangener Zeiten sich heute wiederholen könnten, wir heute noch unser Gut und Blut hingeben müßten und .würden für die Lehre, in der sich wie in den ewigen Gesetzen das Wesen und der Wille des lebenden Gottes offenbart. Dem Juden, der seine Religion verlassen will, bleibt kaum eine andere Alternative, als zum Christenthum überzugehen. Konfessionslos mögen in der That wohl so Manche sein, dem Namen nach Wenige. Man wäre ja gern geneigt, einem ethischen Vereine bei-

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