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Im deutschen Reich · 1896-12-01 · Heft 12 (Dezember 1896) · p. 617

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 12 (Dezember 1896)
Article
Umschau
Date
1896-12-01
Page
617 (sequence 2)
Language
German
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Umschau. 617 zweifellos die Ursache gewesen ist, daß dieser Schritt, wie der „Reichsanzeiger" mitgetheilt hat, im vollsten Einverständniß mit der Krone, dem Reichskanzler und dem Ministerium von dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes unternommen wurde, hatte sich zu dem staatsgefährlichen Worte „Nebenregierung" verdichtet. Darauf bezog sich auch die Aeußerung des Oberstaatsanwalts: „Ich würde keinen Augenblick zaudern, gegen Jeden mit einer Anklage wegen Majestätsbeleidigung unter Umständen vorzugehen— mag er einer Partei angehören, welcher er wolle, — der dieses Wort unter besonderen Um st änden anwendet. Ich habe schon darauf hingewiesen, daß vor Jahren dieser Vorwurf gegen den Chef des Civilkabinets in dreiste st er Weise von antisemitischer Seite erhoben worden ist. Dieses nichtsnutzige Wort ist auch dazu benutzt worden, um Angriffe gegen das Auswärtige Amt und seinen Chef zu erheben. Diese Angriffe sind nicht neu. Der Anklageartikel ist eigentlich nur eine Fortsetzung einer langen Reihe anderer Artikel und Vorwürfe, die mehr oder weniger versteckt an die Oeffentlichkeit gekommen sind. Da mag irgend ein Angriff gegen die Umgebung Sr. Majestät erhoben werden, sofort heißt es: Die Nebenregierung ist im Spiele." Nachdem der Oberstaatsanwalt einzelne andere Anklagepunkte erörtert hatte, wandte er sich gegen den Redakteur der „Staatsbürg er-Ztg." mit den Worten: „Derselbe ist verantwortlich für zwei Artikel, die den Vorwurf enthalten, daß alles, was irgendwie Schlechtes passirt, vom Auswärtigen Amte angezettelt werde. Dieser Vorwurf zieht sich durch zahlreiche Artikel der „Staatsb.-Ztg." Es ist kaum glaublich, daß ein Blatt wie die „Staatsb.-Ztg." sich dazu versteigen kann, in seinem blinden Haß gegen Herrn von Marschall so schwere Vorwürfe zu erheben. Diese beiden Artikel tragen durchaus den Charakter von Verleumdungsartikeln, ihre Pointe richtet sich deutlich gegen das Auswärtige Amt, es wird in dem zweiten Artikel ganz klar ausgesprochen, daß die eigentlichen Inspiratoren die Herren von Marschall und Prinz Hohenlohe seien. Die Vertreter der Staatsbürger- Zeitung haben seit Monaten gegen das Auswärtige Amt gehetzt, und es wäre loyal, wenn der Vertreter der Zeitung jetzt nach Schluß dieser Beweisaufnahme, die kein Titelchen eines Verdachts gegen das Auswärtige Amt hat bestehen lassen, nun mit dem Zugeständniß hervorträte: .„Ich habe mich überzeugt, daß ich mich geirrt habe." Das wäre loyal, und d a s w ä r e deutsche Art, die d i e „S t a a L s b ür g e r-Z e i t u n g" j a

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