Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 9 (September 1896)
- Article
- Der Antisemitismus der Gegenwart und seine Abwehr [Rezension]
- Date
- 1896-09-01
- Page
- 459 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. 459 es Pflicht aller deutschen Juden, sich zusammenzuthun und energisch dagegen einzuschreiten. Es ist auch völlig gleichgültig, auf welchem religiösen Standpunkt wir stehen, denn unsere Feinde bekämpfen alle Juden ohne Ausnahme. Juden aller politischen und religiösen Richtungen müsien sich daher in den Abwehrbestrebungen vereinigen." — Die Mittel, die der Verf. für die Abwehr vorschlägt, sind im Wesentlichen die vom Central-Verein Lhatsächlich schon seit Jahren angewendeten. Punkt I seiner Forderungen, die Klarstellung der Wahrheit und die Widerlegung der greifbaren antisemitischen Lügen durch Wort und Schrift, sowie Punkt n, Verbreitung von aufklärenden Schriften und Flugblättern unter das Volk, hat der Verein durch Verbreitung ausklärender und belehrender Schriften (wie Gustav Freptag: Eine Pfingstbetrachtung. Parmod: Antisemitismus und Strafrechtspflege Pohlmann: Die Juden und die körperliche Arbeit u. A.) und durch Förderung ähnlicher Schriften erfüllt. Punkt IN, Organisation der Gemeinden, Bildung von Lokalkomitees zur Abwehrthätigkeit. Auch dazu hat der Central-Verein Anregungen gegeben und aus allen Theilen des deutschen Reiches Vertreter zusammenberufen, um den Gemeinden die Wichtigkeit des Abwehrwerkes an's Herz zu legen, die Überwachung der örtlichen Verhältnisse zu empfehlen und sie mit dem nöthigen Material der Vertheidigung zu versehen. Diese Delegirtenversammlungen, von denen die meisten Gemeindevertreter mit Begeisterung für die Thätigkeit des Central-Bereins geschieden sind und die seinem Wirken in allen Gauen des Vaterlandes Anerkennung verschafft haben, haben schon die Forderung des Herrn F. S. erfüllt, daß die Lokalkomitees durch Vertrauensmänner oder ihre Vorsitzenden mit den größeren Komitees in steter Fühlung bleiben und sie durch Rath und Thar unterstützen sollen. Heut hat der Verein fast in jeder größeren Stadt Deutschlands Vertrauensmänner, die ihn über Alles, was auf dem Gebiete des Antisemitismus geschieht, über Rechtskränkungen, Verletzungen der Verfassung oder drohende Gefahren in Kenntniß setzen, seinen Rath einholen und im Einvernehmen mit der Centrale die zweckmäßigen Schritte thun. Die weit ausgedehnte Korrespondenz des Vereins, Anfragen und Gesuche, die von Nord und Süd, von Ost und West kommen, sind ein Beweis dafür, daß der Central-Verein in ganz Deutschland festen Fuß gefaßt hat und durch seine Vertrauensmänner in der Lage ist, unter voller Berücksichtigung der jedesmaligen besonderen Verhältnisse die sachgemäßen Direktiven zu geben. Diese Thatsachen werden dem Verfaffer auch zeigen, wie unzutreffend es ist, wenn er — ohne den Central-Verein zu nennen, doch offenbar im Gegensatz zu ihm — Decentralisation als das beste Or-