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Im deutschen Reich · 1896-09-01 · Heft 9 (September 1896) · p. 458

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 9 (September 1896)
Article
Der Antisemitismus der Gegenwart und seine Abwehr [Rezension]
Date
1896-09-01
Page
458 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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458 Küchrrscha«. Der Antisemitismus der Gegenwart und seine Abwehr. Ein Weckruf an die deutschen Juden von F. S. Mülheim am Rhein. 1895. Wenn die angeführte Schrift, nicht 1896, sondern etwa 4 Jahre früher erschienen wäre, könnte man sie für das Programm des Cenlral-Vereins erklären. Denn sie enthält in ihren leitenden Gedanken nichts, was nicht der Central-Verein seit seinem Bestehen in seinem ersten „Aufruf", in seinen Programmschristen (vergl. Mendelfohn: Die Pflicht der Selbstvertheidigung. Berl. 1892; Fuchs: Die Bestrebungen und Ziele des Central-Vereins. Berl. 1895) und sonstigen Veröffentlichungen immer wieder den gesammten deutschen Juden zugerufen hat. Wie den Anstoß zur Begründung des Central-Vereins die Schrift „Staatsbürger oder Schutzjuden?" gegeben hat, so sagt der Verfaffer vorliegender Schrift: „Als Schutzjuden mußten unsere Vorfahren um Gnade flehen, wir sind Staatsbürger und verlangen unser Recht. Wer angegriffen wird, muß sich, wenn Ehrgefühl in ihm wach ist, mit aller Kraft vertheidigen, gleichviel, ob er damit großen oder kleinen Erfolg erreicht. Die Würde des Bürgers besteht nicht allein darin, daß er freiheitliche Rechte sich zu erkämpfen sucht, sondern auch darin, daß er die bereits erworbenen politischen Güter mit allen erlaubten Mitteln schirmt." Im § 1 seiner Satzungen stellt sich der Central-Verein die Aufgabe, die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens, „ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung" zu sammeln zur thatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung und unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung. Seite 17 seiner Schrift sagt der Verfasser: „Derjenige verdient keine Bürgerrechte, der sie nicht schätzt und mit aller Macht zu schützen sucht. Es kommt auch wahrlich nicht darauf an, ob man persönlich unter der heutigen Strömung leidet, ob sich die antisemitische Verseuchung bereits in seinem Wohnort zeigt oder nicht. Solange überhaupt eine antisemitische Bewegung in Deutschland vorhanden ist, ist

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