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Im deutschen Reich · 1896-09-01 · Heft 9 (September 1896) · p. 425

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 9 (September 1896)
Article
Staatsmann, Dichter und Philosemit
Date
1896-09-01
Page
425 (sequence 8)
Language
German
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Staatsmann, Dichter und philofemit. 425 Am Firmament Des Berges Bild. Von Furcht erfüllt Ergreift die Flucht Was allzunah. Von Ort zu Ort Treibt weiter fort Auf Windeshauch Die Gluth, der Rauch! Nur Moses wagt allein lebendig ohne Beben Sich hinter diesen Flammenvorhang zu begeben. Welch' Menschenauge schaut, was dort verborgen ruht. Was Menschenkraft vollbringt, verborgen in der Gluth? Ihr schwache Sterbliche! gewinnt die Fassung wieder! Dort weilt Jehova jetzt; er steigt mit Sturmgebraus In Wetterwolken zu der Erde nieder. Das ist der Herr, er sucht ein Volk auf Erden aus Und auf die Kniee stürzt das Volk begnadet nieder! Von den Juden sagt er dann weiter in jenem Gedicht: Was denn beweinet an des Euphrat's Weiden Das Volk verkannt, zerstreuet unter Heiden? Doch nicht Judäas undankbares Land Und der Cisternen tropsenlosen Sand? Es trauert um den Gottesvienst der Ahnen, Um seinen Tempel, seine Bundeslade, Um Gott, der einst begleitet seine Pfade, An dessen Gnade fromme Lieder mahnen. Die seine Namen wiedertönen bang Bei rührend trauervollem Harsenklang. Noch heute tönen diese ernsten Klagen, Sie tönen fort in ganz demselben Ton, Wo fern vom Orient der Völker Hohn Dies Volk geduldig weiter muß ertragen. Der Andern Spott bleibt immer wirkungslos. Es kann Verfolgung nicht den frommen Glauben Den schwergeprüften gläubigen Kindern rauben, Erleichtert eine Hoffnung doch ihr Loos, Ein Hoffen, das sie muthig fortbewahren Stets unentwegt seit fast zweitausend Jahren! Mit dem durch wahrhaft fürstlichen Aufwand bereits arg zerrütteten, ursprünglich großen Vermögen Lamartine's ging es noch rascher abwärts, als er von der Stadt Dünkirchen in die Depntirtenkammer entsandt, von politischen Genossen umschwärmt und theilweise' rücksichtslos gebrandschatzt wurde. Ein beredter

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