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Im deutschen Reich · 1896-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1896) · p. 383

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1896)
Article
Historische Methode
Date
1896-07-01
Page
383 (sequence 2)
Language
German
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Historische Methode. 383 Während Herr Ahlwardt sich auf den Glauben beschränkt, das heutige Europa sei in den Händen der Juden, weist Herr Nübling durch die „historische Methode" überzeugend nach, daß Europa etwa von Christi Geburt bis mindestens in das Zeitalter der Renaissance von den Juden beherrschtworden ist; daß es heute wieder der Fall ist, erscheint selbstverständlich. Die Juden haben dies Resulat erreicht, indem sie stets den anderen Nationen Weltbürgerthum gepredigt und die Stärke der geschloffenen Nationalität stch selbst Vorbehalten haben. Ihr vornehmstes Hülfsmittel war und ist der Wucher. In einer tiefgelehrten historisch-juristisch-ökonomischen Untersuchung, welche durch keinerlei Quellenangaben beschwert ist, erörtert Herr Nübling den Unterschied zwischen erlaubtem Zins und jüdischem Wucher. Christen durften für die Hingabe von Sachen zum Gebrauch, also z. B. für die Verpachtung von Land, zwar Zins nehmen, dagegen Zinsrückstände nicht zum Kapital schlagen. Zahlte der christliche Pächter nicht, so blieb dem hülflosen christlichen Verpächter nur übrig, ihn von Haus und Hof zu jagen. Wollte der Pächter dem entgehen, so mußte er seine Zuflucht zum Juden nehmen, der das Privileg hatte, Forderungen auf Zinsrückstände erwerben und als Kapitalschuld behandeln zu dürfen. Auf diesem Wege gerieth die europäische Landwirthschaft schon im frühen Mittelalter in jüdische Schuldknechtschaft. Herr Nübling, der dies in geistvoller Weise vorträgt, behandelt leider die Frage nicht, weshalb die guten christlichen Gläubiger nicht Nachsicht geübt haben, statt ihre Schuldner in die Fallstricke der bösen Juden gerathen zu lassen. Er übersieht vollkommen, daß — selbst wenn Alles sich so verhielte — es eine sehr billige gesetzgeberische Weisheit war, dem christlichen Grundherrn das Odium der rücksichtslosen Verfolgung des Pächters dadurch abzunehmen,, daß man diesen an die Juden verwies. Die eine Probe zeigt, wie der Verfasser ganz im Sinne der neuen Schule bemüht ist, die Entwicklung der Dinge in ihren wirtschaftlichen Ursachen zu erforschen. Die Nutzanwendung auf die heutigen Verhältnisse, die ja auch Dühring nicht für ausgeschlossen erachtet, wird erleichtert, indem Herr Nübling dem Verständniß durch die Wahl moderner Ausdrücke zu Hülfe kommt. Es eristiren allerhand unbeglaubigte Gerüchte über Zerstörung von Judenquartieren, blutige Metzeleien und Vertreibungen, die sich von Zeit zu Zeit aller Orten zugetragen haben. Welche Thorheit! in den meisten Fällen handelte es sich um „Grundschuldablösungen". Das Reich oder die Kirche oder irgend ein Potentat erklärte den selbstschuldnerischen Eintritt für die Schulden der „Landwirthschaft",

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