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Im deutschen Reich · 1896-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1896) · p. 378

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1896)
Article
Die Judenverfolgungen zur Zeit des ersten Kreuzzuges
Date
1896-07-01
Page
378 (sequence 32)
Language
German
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378 Im deutschen Reich. tödteten Angehörigen zugewiesen haben, wie er später dafür sorgte, daß — wie bereits erwähnt — die Juden in das Landfriedensgesetz von 1103 einbegriffen und daß ihnen die Rückkehr nach Mainz und der Bau einer neuen Synagoge durch das besondere Wohlwollen des Kaisers möglich gemacht wurde. In inniger Dankbarkeit für diese Gnade hingen die Juden allezeit treu an ihrem kaiserlichen Beschützer und bewiesen ihm, wo sie es vermochten, Liebe und Treue. Ist auch die Nachricht, daß die treuen Juden dem Kaiser im Jahre 1105 die Eroberung Nürnbergs, das für den pflichtvergessenen Sohn Heinrich's Partei genommen hatte, ermöglicht haben, in das Gebiet der Sage zu verweisen,'") so gehörten doch die Juden überall in den Städten bei den Kämpfen, die nun zwischen Vater und Sohn begannen, zu den eifrigsten und thatkräftigsten Parteigängern des Kaisers und unterstützten ihn durch Geld und Nachrichtendienst, wo sie es vermochten. Wie weit sie später bei der Flucht des Kaisers aus seinem Gefängniß nach Lüttich betheiligt waren, ist leider aus den Quellen nicht zu ersehen; seinen plötzlichen Tod haben sie mit aufrichtigem Schmerz beklagt und ihn betrauert, als wenn der Gesetzeslehrer Einer dahingegangen wäre! Die Gemeinden thun sich bald wieder in den rheinischen Städten zusammen; aber wie völlig anders sind die Verhältnisse der Juden, obgleich nur wenige Jahre verflossen sind! Dahin ist im Innern der Gemeinden die alte Fröhlichkeit und herzgewinnende Freundlichkeit, die den Fremdling beim Eintritt in ein jüdisches Haus empfing. „Gott hat uns für unsere große Sündhaftigkeit gestraft," heißt es jetzt aller Orten, „büßen müssen wir unsere und der Vorfahren Sünden durch strenge Frömmigkeit!" Mit peinlicher Aengstlichkeit und Gewissenhaftigkeit werden die religiösen Vorschriften und Ceremonien beobachtet. Hatte man schon vordem „Zaun um Zaun zur Umzäunung der heiligen Lehre," wie Salomo bar Simeon berichtet,") gefügt, so wurde jetzt der Zaun fast in's Unmögliche erhöht, immer neue Verbote wurden hinzugefügt, damit ja nicht das ursprüngliche Verbot übertreten werden 71) Ausführliche Erörterung in Reg. Nr. 212, p. 98. :6) a. a. O. S. 6 und 94.

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