Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1896)
- Article
- Die Judenverfolgungen zur Zeit des ersten Kreuzzuges
- Date
- 1896-07-01
- Page
- 367 (sequence 21)
- Language
- German
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Die Judenverfolgungen zur Zeit des ersten Rreuzzuges. 367 haben konnte. Dich an meinen Sohn verheirathet zu sehen, so sollst Du auch nicht einem Andern, einem Fremden, zukommen," zog sein Messer hervor und schlachtete selbst sowohl ste wie seinen Sohn. R. Peter stieg, nachdem er vier seiner Genossen geschlachtet hatte, auf einen Thurm und stürzte sich von dem Dache zur Ehre des einig-einzigen Gottes herab. Nur einige Wenige von den 300 entrannen dem Tode durch Flucht zu den Christen und Annahme der Taufe. Bald aber ergriff sie ob ihrer Schwachheit tiefe Reue; sie glaubten vor Allem, die Tobten versöhnen zu müssen, indem sie sie nach der Vorschrift der Religion bestatteten. Als sie in den Hof kamen, fanden sie zwei Jünglinge und zwei Kinder, sowie eine alte Frau noch am Leben — nach dem wohl kaum zutreffenden Bericht des Salomo bar Simeon waren bereits 3 Tage seit der Blutthat vergangen! — diese fünf wurden sofort verbunden, gepflegt und erholten sich bald. Die alte Frau lebte bis zu ihrem Hinscheiden als eine Heilige, pries unaufhörlich Gott im Gebete und aß seither täglich nur einmal ein wenig. An demselben 27. Juni gelangte die andere Abtheilung Emicho's gegen Abend nach Xanten, wo die Flüchtlinge aus Köln auf Befehl ihres Schützers in einem Thurme untergebracht waren. Sie hatten eben nach der Väter Weise den Einzug des Sabbaths gepriesen, der dem Körper und der Seele den ersehnten Frieden bringe, hatten sich sodann zu Tisch gesetzt und den Segensspruch über das Brod gesprochen, — da vernahmen sie das wüste Toben der gegen den Thurm sich wälzenden Rotte. Der Angesehenste unter ihnen — wahrscheinlich wird es der fromme Rabbi aus Frankreich gewesen sein, den Elieser bar Nathan erwähnt^) — fordert den vortrefflichen Vorsänger R. Mosche auf, sofort mit dem Tischgebet zu beginnen; denn Gott habe statt des früheren Altars ihnen den Tisch zur Versöhnung bereitet. R. Mosche begann in herkömmlicher Weise das Tischgebet mit der Lobpreisung dessen, der uns speist und erhält, und er flocht in die Bitten zum Allbarmherzigen eine ergreifende Bitte für alle Diejenigen ein, die einmüthig nunmehr für den Allmächtigen ihr Leben dahingäben, in der Hoffnung, bald Gottes Herrlichkeit und Größe zu schauen. Als der Vorbeter geendet hatte, erhob sich der ül) a. a. O. p. 42 und 162.