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Im deutschen Reich · 1896-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1896) · p. 366

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1896)
Article
Die Judenverfolgungen zur Zeit des ersten Kreuzzuges
Date
1896-07-01
Page
366 (sequence 20)
Language
German
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366 )m deutschen Reich. Hofen. Bei ihrer Ankunft stürzt sich der größte Theil der Juden sofort in den Rhein; so auch zwei innige Freunde „von schönem Wuchs, ihr Ansehen wie der Libanon", Samuel und Jechiel. Aber diese können im Fluß den Tod, den sie innig an einander geschlungen suchen, nicht finden; da ruft der Vater Jechiel's seinem Sohn zu, an's Ufer zu schwimmen, er wolle ihn dem Ewigen zum Schlachropfer bringen. Willig kommt Jechiel heran, und als der Vater den Segensspruch über das Schlachten gesprochen und der Sohn mit „Amen" geantwortet hat, schlachtet er ihn im Wasser. Der treue Freund Samuel will nun auch nicht länger leben; er ruft den Kölner Synagogendiener Menachem herbei, läßt sich erst das schartenlose Messer zeigen und empfängt von ihm den gleichen Tod. Menachem muß dann auch den Vater Jechiel's auf dessen Bitte auf gleiche Weise tödten, dann stößt er sich selbst das Messer in die Brust, da Niemand mehr da ist, die Schlachtung an ihm zu vollziehen. Von Wevelinghofen wandte sich die Rotte nach Altenahr, südlich von Bonn. Hierher waren die 300 angesehensten Kölner Juden gebracht worden, Unter ihnen der Vorsteher der Kölner Gemeinde Mar Juda bar Abraham, der seines Verstandes und seiner Weisheit wegen von allen Gemeinden hochgeachtet und in den schwierigsten Fällen als Richter erkoren wurde; der ganze 15. Psalm, der des wahrhaft Frommen Leben und Wirken schildert, läßt sich, wie Salomo bar Simeon schreibt, auf ihn anwenden, .geliebt war er bei Gott und wohlgelitten bei den Menschen. Als die rohe Schaar heranstürmte, flehten ihn um Rath und Hülfe alle Bedrängten an; er forderte sie auf, durch Beten und Kasteien (Lottes Schutz zu erflehen, und wenn Gott anders beschließt, lieber zu sterben, als den wahren Glauben zu verlassen. Fünf fromme und beherzte Männer wurden von ihm erkoren, in diesem Falle die Anderen zu opfern. Als am Rüsttage des Sabbaths die Kreuzfahrer nach Altenahr gelangten, begannen sofort diese fünf in einem großen Hause ihr Werk. Die Braut des Sohnes des Mar Juda, Sarith, eine liebliche und stattliche Jungfrau, stand gerade an einem Fenster, als die Tödtung begann. Voller Entsetzen wollte sie eiligst die Flucht ergreifen; doch Mar Juda faßte sie bei der Hand, küßte sie und führte sie ihrem Bräutigam Abraham zu; alsdann rief er: „Da ich nicht das Glück

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