Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1896)
- Article
- Aus lichteren Tagen
- Date
- 1896-06-01
- Page
- 306 (sequence 7)
- Language
- German
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SQ6 3m deutschen Reich. „Verehrter Freund! In sichtlicher aber wohl verzeihlicher Eile benachrichtige ich Sie, daß Ihre jüngst so freundlich ausgesprochenen Wünsche in Erfüllung gegangen sind, indem meine Frau mich gestern nach schweren, aber glücklich überstandenen Stunden mit einem gesunden Knäblein beschenkt hat. Der Diminutiv - Jordan, den ich Ihrer Güte verdanke, wird demnach in Bälde entsiegelt werden und in Function treten. Möge er weihen und segnen zugleich. Mit den herzlichsten Grüßen Ihr aufrichtig ergebener Gratz, 1. März 1859. A. Auersperg." Hier Frankl's Glückwunschbrief: „Verehrter Freund! Daß Sie mein Schweigen auf Ihr Schreiben nicht für Theilnahmlosigkeit halten, deß bin ich gewiß. Heftig und lang andauernde Grippe und eine Reise hinderten mich bis jetzt Ihnen zu sagen, wie sehr mich die frohe Botschaft erfreut und doppelt erfreut hat, weil sie mich zugleich von Sorge befreite, die ich als Arzt nicht in mir unterdrücken konnte. Ein Sohn denn! Sie haben nunmehr das, was nach einem orientalischen Spruche allein unsterblich macht, völlig erreicht: „ein Sohn, ein guter Name, ein gutes Buch." Wie heißt Ihr Sohn? Wahrscheinlich führt er Ihren Namen, wie das so üblich ist. Wieder muß ich vom Orientalen sprechen, der sein Kind mit dem Namen seiner Großeltern, wenn diese schon gestorben sind, nennt. Wenn sie noch leben, erhält das Kind den Namen eines verstorbenen Bruders, einer Schwester oder sonst eines nahen Verwandten' Dadurch wird ihr Andenken in der Familie fort und fort erhalten und ein Name erbt fort. In Europa halten die Juden noch jetzt an dieser pietätvollen Sitte fest.