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Im deutschen Reich · 1896-04-01 · Heft 4 (April 1896) · p. 205

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 4 (April 1896)
Article
Zu dem "Ritualmord"-Märchen
Date
1896-04-01
Page
205 (sequence 6)
Language
German
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Zu dem „Ritlra!mord"-!Närchen. Aussehen verleiht. Und nun geht'S zu den Rabbinen! Diese schlechten Kerle haben herausgefunden, daß die Benetzung und Behandlung mit Christenblut ein wirksames Heilmittel hiegegen ist." Wie man steht, fehlen die Juden Australiens, wohl deshalb, weil zu Beginn unseres Jahrhunderts dieser fünfte Welttheil den Leuten an der unteren Moldau noch unbekannt war. Zweifellos auf gleicher Höhe steht folgende „Enthüllung"?): „Bei Trauungen wird mit der Asche von Baumwolle oder Leinen, die mit Christenblut durchtränkt war, ein hartgekochtes Ei gewürzt, das der Rabbiner zur Hälfte zwischen die Brautleute theilt, indem er ein Gebet hersagt, des Inhaltes: „Die beiden Verlobten mögen die Tugend des Christenmordes befolgen!" Ueber diese aberwitzigen Musterleistungen braucht kein Wort verloren zu werden; sie allein würden zur Kennzeichnung des Gefasels ihres Urhebers genügen, wie sie für jeden gerecht Urtheilenden ausreichen, um ein Gebühren zu stigmatisiren, welches ein derartiges Konglomerat von Blödsinn und Niedertracht zur Bekräftigung der denkbar gräßlichsten Bezichtigung gegen eine ganze Religionsgemeinschaft ausbeutet. Daß die vorstehenden Darlegungen über die sittlichen Qualitäten des „Rabbi Moldavo" und den Inhalt seines Buches dieser Ausbeutung desselben ein Ende bereiten werden, ist kaum zu erhoffen; aber nicht dämm handelt es sich, vielmehr sollte nur an einem ferneren Beispiele gezeigt werden, daß nur bewußte Unwahrhaftigkeit die Blutlüge, diese Spottgeburt von Aberwitz und Böswillen, weiterzuspinnen vermag, gleichviel, in welcher Form dieselbe vorgebracht wird. Und es ist derselbe Gesichtspunkt, nicht etwa die Selbsttäuschung, auf die fanatischen Verleumder Eindruck zu machen, wenn ich mir noch nachstehende Bemerkungen gestatte, welche vielleicht auch deshalb am Platze sind, weil, wie kürzlich angekündigt wurde, die Gelehrten des „Magyar Allam" mit der Herausgabe einer Schrift beschäftigt sind, welche „die Thatsächlichkeit der jüdischen Ritualmorde unzweifelhaft beweisen wird." Herr 1)r. Soma Guthi hat in seinem vortrefflichen Plaidoyer bereits darauf hingewiesen, daß die Päpste wiederholt mit ') Vergl. Athanasius Fern 1. e. S. 28. 14*

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