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Im deutschen Reich · 1896-03-01 · Heft 3 (März 1896) · p. 175

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 3 (März 1896)
Article
Vereinsnachrichten
Date
1896-03-01
Page
175 (sequence 6)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 175 hältmffen. Im Allgemeinen sei der Antisemitismus in Hessen im Rückgänge begriffen. — Von Herrn Dr. Hahn-Pyritz wurde es als Verdienst des Central-Vereins bezeichnet, daß das Solidaritätsgefühl und das Selbstbewußtsein der deutschen Juden wesentlich gesteigert wurden. In seiner Heimath beklage man es, daß die Juden nicht zum Schöffendienst herangezogen und daß dort antisemitische Flugblätter ausgestreut würden. — Die Sympathie der Synagogen-Gemeinde Kiel für die Vereinssache brachte Herr Dr. Menke zum Ausdruck, wobei er die Wichtigkeit der Selbstvertheidigung der deutschen Juden, sowie die Nothwendigkeit betonte, den Schutz wohlmeinender, aber nicht immer glücklich operirender Freunde entbehren zu lernen, vor Allem die deutschen Juden unter einen Hut zu bringen. — Herr M. Katzenstein-Bielefeld berichtete über die in seiner Heimath auf dem Gebiete des Antisemitismus gemachten Erfahrungen und warnte dann vor der durch den Zionismus drohenden Gefahr der Entnationalisirung, sowie vor derjenigen unduldsamen Orthodoxie, deren Organ der Mainzer „Israelit" sei. — .Herr Bergmann stellte dar, wie sich die Juden in Chemnitz gegen den Antisemitismus gewehrt haben und bei den Behörden Unterstützung fanden, wo man in ihnen einen Damm gegen die Sozialdemokratie erkannte. Redner bat den Vorstand, die Bestrebungen zur Beseitigung des Schächtverbots in Sachsen zu unterstützen. — Sich den Ausführungen des Herrn Langenbach-Darmstadt anschließend, bat .Herr M. Neumann-Oppenheim um engere Fühlung des Vereins mit den süd- und westdeutschen Gemeinden, sowie um Verbreitung der Vereinsdrucksachen durch Vertrauensmänner und veranlaßte dann die anwesenden Delegirten, dem Vorstande des Central-Vereins durch Erheben von den Sitzen die Hochachtung der vertretenen Gemeinden auszudrücken. — Nachdem Herr Dr. Horwitz im Namen des Vorstandes gedankt hatte, erstattete Herr Max Arnhold-Dresden Bericht über die dortigen Abwehrbestrebungen, daß und warum der Gemeinderath selbst denselben offiziell ferngeblieben sei, über den (in unserer Zeitschrift, Heft 1, Jahrgang 2, S. 63 erwähnten) Fall Weidenbach und über die Schächtverbotssache. Redner warnte im Gegensatz zu dem Chemnitzer Vertreter vor übereilten Schritten in Sachen des Schächtverbots, dessen Beseitigung entschieden angestrebt werden müsse, zunächst aber nicht zu erzwingen sei, weil das sächsische Ministerium eine Verordnung, die Gesetzeskraft erlangt habe und bei deren Erlaß man sich auf ein Gutachten der thierärztlichen Hochschule in Dresden gestützt habe, nach so kurzer Zeit ihres Bestehens, sicher nicht ändern werde. Aus die Dauer haltbar sei das Verbot gewiß nicht; die Gemeinde- Vorstände in Sachsen würden aber leichter zu beurtheilen im Stande sein, wann mit Aussicht auf Erfolg wieder einzuschreiten sei, als der 12

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