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Im deutschen Reich · 1896-03-01 · Heft 3 (März 1896) · p. 152

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 3 (März 1896)
Article
Umschau
Date
1896-03-01
Page
152 (sequence 5)
Language
German
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152 3m deutsches Reich. Lachs" sind die freundschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Verleger der „Tägl. Rundschau", Herrn Dr. jur. Paul Hempel und seinem früheren Chefredakteur Herrn Dr. Lange, dessen Rückzug in dem Kollektiv-Beleidigungsprozeß wohl unvergessen ist. Das Rundschreiben, durch welches dieser Gründer des „Deutschbundes" das von ihm in's Leben gerufene neue Blatt einzuführen sucht, voran laßte Herrn Dr. Hempel zu einer geharnischten Entgegnung, in welchem nachstehende beide Theile kennzeichnende Erklärungen enthalten sind: „Daß Herr Dr. Lange in einer geschäftsmännisch so raffinirten und rücksichtslosen Weise gegen mich vorgehen würde, nachdem ich ihn entlassen, das wußte ich wohl. Nichtsdestoweniger mußte dieser Schritt einmal geschehen, nachdem ich erkannt hatte, daß er die Tägliche Rundschau nur noch in selbstischer Weise leitete, und es versuchte, zu agitatorischen Zwecken ihren vornehmen Ton herabzustimmen, um Bestrebungen in sie aufzunehmen, die nur durch ihre „Begeisterungskraft" Werth für ihn hatten. Diese in seinen Deutschbundprogrammen verfochtenen Forderungen nahm er in den Unterhaltungstheil der Täglichen Rundschau (vergleiche Nr. 136 ff. und 261 ff. v. 1895) auf, und sie erschienen mir so utopistisch, unklar und einseitig verrannt, daß ich mich ihnen widersetzte. Eine Fortsetzung dieser Politik, die von Allem, was bisher für die Tägliche Rundschau galt, abwich, konnte ich nicht auf mich nehmen. Ich habe Herrn Dr. Lange sowohl hierüber meine Meinung offen gesagt als ihm auch in Betreff der Judensrage erklärt, daß ich, obwohl überzeugter Antisemit, keineswegs die gehässige, persönliche Art des Angriffs gegen einzelne Juden als solche billigen könne, welche er eingeführt hatte und weiterzuführen suchte. Daß Herr Dr. Lange daraufhin die von mir angestrengte Tendenz als die eines Judenblattes bezeichnet, ist eine Bezichtigung, welche zwar des Herrn Dr. Lange, nicht aber einer Entgegnung würdig ist. Verlag und Redaktion haben schon vor einiger Zeit erklärt, daß ein offenbar von einem mit der Täglichen Rundschau in Wettbewerb stehendem Unternehmen verbreitetes Gerücht von dem Verkaufe der Täglichen Rundschau (an einen Juden) vollständig auf Unwahrheit beruhe. Trotzdem nimmt Herr Dr. Lange in seinem Rundschreiben darauf Bezug und läßt wider besseres Wissen durchblicken, daß die Erklärung nicht genüge. Was' er hierfür anführt, ist unwahr. Es ist überhaupt nur möglich, diese Anzweiflung einer öffentlichen, gemeinsamen Erklärung geachteter Männer auf Geschäftsrücksichten zurückzuführen, nichts destoweniger erkläre ich das Gerücht hiermit nochmals für eine infame Verleumdung, der

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