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Im deutschen Reich · 1896-01-01 · Heft 1 (Januar 1896) · p. 52

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 1 (Januar 1896)
Article
Umschau
Date
1896-01-01
Page
52 (sequence 6)
Language
German
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52 Im deutschen Reich. wollen". Inzwischen ist es aber allgemein bekannt geworden, daß die Juden ebensowenig die Glaubensgenossen des flüchtigen Fried - mann wie die des als Verbrecher entlarvten, erbärmlichen Pariser Journalisten Saint Cöre alias Rosenthal sind und wenig Lust verspüren, sich die Schändlichkeiten solcher Konvertiten an die Nockschöße hängen zu lassen. Wer Männer wie den von Juden abstammenden, aber wie die „Freisinnige Zeitung" nachgewiesen hat-, als Christ geborenen und erzogenen Friedmann trotzdem zum Juden macht, der frevelt nicht gegen uns, sondern gegen die Grundsätze der christlichen Religion, indem er die Kraft der Taufe leugnet und eine beißende Ironie auf das Werk der Judenmission wagt. Die große Anzahl der von Juden abstammenden Christen, welche sich seit der antisemitischen Bewegung durch zahlreiche Uebertritte und Taufen jüdischer Kinder noch wesentlich vermehrt hat, wird auch sehr bald jene seltsame, mit der Judenmission im Widerspruch stehende Judikatur hinfällig machen, welche Beleidigungen des Judenthums in der Annahme, daß es sich dabei nicht um eine Religions-, sondern um eine Rassenfrage handle, straffrei läßt. Zu denen, welche durch die Hinterthür des Rassenantisemitismus der Strafe entschlüpft sind, gehört außer dem Herrn Hans von Mosch auch der Redakteur des „Deutschen General-Anzeiger", Herr Karl Sedlatzek, mit dessen Schriftleitung die eigenen Parteigenossen nicht mehr einverstanden scheinen. Er selbst berichtete am 12. Januar: „Bei der jüngsten Hauptversammlung des D. S. R. V. B.*) ging es wie bei der vorigen heiß gegen die Presse her. Doch war es diesmal nicht die „Staatsbürger-Zeitung", sondern der „General-Anzeiger", welcher bezüglich seines redaktionellen und geschäftlichen Theiles durchgehechelt wurde. Trotzdem haben wir nach einer Rücksprache mit mehreren alten, in der Partei hochangesehenen Gesinnungsfreunden, welche ebenfalls den Kampf gegen uns auf's Schärfste verurtheilen, beschlossen, vorläufig diese Stänkereien nicht öffentlich breit zu treten. Tenn wie auch die große Menge das Endurtheil zuletzt fällen würde, der Zwiespalt, der ohnehin schon so schwer in unseren Vereinen und Abtheilungen herrscht, er kann sich durch Austragen persönlicher Streitigkeiten in der Oeffentlichkeit nicht mindern, sondern er wird die ohnehin beinahe schon dezimirte Schaar (waren doch bei der Hauptversammlung nur sage und schreibe 44 Personen anwesend) höchstens ganz auseinander treiben. Gegen den Herrn allerdings, welcher an jenem Abend Herrn S. direkt beleidigte, sind schon jetzt von uns die *) Soll wohl heißen: Deutsch-Sozialer Reform-Verein Berlins

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